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revierkick

Spielzeit 1972/73

Schalke 04: Skandalnudel Nummer eins

Das Jahr eins nach dem großen Bestechungsskandal bringt den großen Einbruch bei den Zuschauerzahlen. Nur gerade 16.000 im Schnitt wollen die Spiele sehen, obwohl der deutsche Fußball international so anerkannt ist wie selten zuvor. Im Sommer 1972 wurde die Nationalmannschaft mit einem glanzvollen 3:0-Sieg über die UdSSR erstmals Europameister. Doch die Liga profitiert davon nicht – im Gegenteil. Der Vertrauensverlust ist groß, die Fans bleiben weg. Hinzu kommt der relativ langweilige Verlauf der Saison. Bayern München ist der erwartete Start-Ziel-Sieger. Gegen Maier, Breitner, Schwarzenbeck, Beckenbauer, Hoeneß und Müller (sie alle standen auch im deutschen Europameister-Team) ist in der Liga kein Kraut gewachsen. Hinter den mit sage und schreibe elf Punkten Vorsprung dominierenden Bayern folgt eine rheinische Troika mit dem 1.FC Köln, Fortuna Düsseldorf und dem Wuppertaler SV auf den Plätzen zwei bis vier.

Weiter beherrscht der Skandal die Schlagzeilen. Schalke hat den Ruf als Skandal-Klub Nummer eins endgültig weg, weil etliche Spieler vor ordentlichen Gerichten Meineide schwören, um dem DFB-Bannstrahl zu entgehen. Wieder war die Liga insgesamt in den negativen Schlagzeilen. Und das ein Jahr vor der WM im eigenen Land.

Viele konzentrierten sich eher auf die zweite Liga, wo RW Essen abermals mehr als 100 Tore schoss und mit großem Vorsprung Meister wurden. Jetzt ließen sich die Bergeborbecker auch nicht in der Aufstiegsrunde die Butter vom Brot nehmen und kehrten souverän ins Oberhaus zurück.

Das Revier in der 1. Liga

Im dritten Trainer-Jahr von Rudi Faßnacht an der Wedau überraschen die Zebras mit einer verblüffenden Bilanz. Sie holen mehr Punkte auswärts (17) als zu Hause (16). Die Kontertaktik mit den schnellen Stürmer Seliger, Worm und Wunder geht vor allem auf fremden Plätzen auf. Kein Wunder, dass Rainer Budde nicht mehr benötigt wird und vor Weihnachten zu den skandalgeschädigten Nachbarn aus Schalke abwandert. Auch im Tor gibt es eine Änderung. Für den in den Jahren zuvor tadellosen Volker Danner übernimmt Dietmar Linders den Pullover mit der Nummer eins. Und in der Abwehr rücken junge Talente wie Bruckmann und Savkovic nach.

Spieler und Tore

Klaus Wunder 34/17, Bernard Dietz 34/4, Detlev Pirsig 33/4, Ronald Worm 33/4, Michael Bella 33/3, Bernd Lehmann 31/7, Dietmar Linders 30/0, Rudi Seliger 29/7, Kurt Rettkowski 29/1, Johannes Linßen 28/1, Werner Schneider 24/2, Jonny Hey 20/2, Herbert Büssers 20/0, Rainer Budde 14/1, Ernst Savkovic 14/0, Klaus Bruckmann 10/0, Volker Danner 4/0, Lothar Schneider 3/0

Linders

Bella Rettkowski Pirsig Dietz

Lehmann Linßen (Schneider) Hey (Büssers)

Seliger Wunder Worm

Mit Heinz Höher als neuem Trainer startete der VfL in seine zweite Erstligasaison. Und das ähnlich erfolgreich wie in der vergangenen Spielzeit: Gleich zu Beginn feierte man an der Castroper Straße die Erfolgserlebnisse in Braunschweig (2:0) und daheim gegen Hertha BSC (2:1). Die Hinrunde mit einem ordentlichen 11. Rang beendet, sorgte nur die zwischenzeitliche Kündigung von Coach Höher für Turbulenzen, doch nach einem klärenden Gespräch mit Präsident Ottokar Wüst, war wieder alles in Ordnung. Genauso wie am Ende der Saison, die der VfL als 12. abschloss. Premiere im VfL-Trikot feierten in der Spielzeit 72/73 übrigens zwei Spieler, die noch VfL-Geschichte schreiben sollten: Hermann Gerland und Michael „Ata“ Lameck.

Spieler und Tore

Hans Walitza 34/18, Michael Lameck 34/5, Werner Balte 34/2, Dieter Versen 34/0, Hans-Jürgen Köper 32/3, Harry Fechner 32/0, Hans-Günther Etterich 31/2, Reinhard Majgl 28/6, Werner Scholz 28/0, Erwin Galeski 27/0, Reinhold Wosab 25/4, Hermann Gerland 20/1, Franz-Josef Laufer 16/0, Werner Krämer 11/1, Manfred Rüsing 11/0, Hans-Werner Hartl 8/3, Hans-Jürgen Bradler 7/0, Heinz-Jürgen Blome 7/0, Klaus-Dieter Dewinski 3/0, Michael Eggert 2/1, Werner Jablonski 1/0, Peter Bomm 1/0

Scholz

Wosab Galeski Fechner Versen (Gerland)

Köper Lameck Etterich (Laufer)

Balte Walitza Majgl

Der Skandal lähmt den Vizemeister. Das Team bekommt wegen der Sperren ein völlig anderes Gesicht. Mit Nigbur, Scheer und den Kremers-Zwillingen stehen nur noch vier aus der „Löwen-Elf“ der letzten Saison auf dem Rasen. Junge Leute stehen im Abstiegskampf am Ende der Saison mit dem Rücken zur Wand. Kaum einer setzt mehr auf die Königsblauen. Und das ausgerechnet im letzten Jahr in der Glückaufkampfbahn. Für den Beginn der kommenden Spielzeit ist der Umzug ins riesige Parkstadion fest eingeplant. Und das in der Zweiten Liga? Nein. Die Youngster bäumen sich auf, schaffen es, in der Glückaufkampfbahn frenetisch von den Fans unterstützt, die rettenden Punkte zu holen. In Duisburg reicht ein goldenes Tor von Erwin Kremers zum Sieg und zum Klassenerhalt. Schalke will in einem neuen Stadion einen neuen Anfang wagen.

Spieler und Tore

Erwin Kremers 34/10, Norbert Nigbur 34/0, Hartmut Huhse 33/0, Helmut Kremers 32/4, Klaus Scheer 28/4, Paul Holz 27/1, Herbert Lütkebohmert 25/4, Rolf Rüssmann 25/3, Nico Braun 23/10, Peter Ehmke 21/3, Ulrich van den Berg 20/1, Jürgen Klein 20/0, Klaus Beverungen 18/2, Klaus Fichtel 18/1, Helmut Manns 16/1, Rainer Budde 14/2, Karl-Heinz Frey 9/0, Manfred Dubski 8/0, Roland Kosien 2/0

Nigbur

Klein Fichtel (H. Kremers) Rüßmann (v.d.Berg) Huhse

Lütkebohmert (Beverungen) Holz Scheer

Ehmke Braun E. Kremers

Drei Jahre dauerte der Todeskampf der Oberhausener im Oberhaus, dann erwischte es sie doch. Auch ein wahres Großaufgebot an Trainern konnte den Fall in die Regionalliga nicht verhindern. Zunächst war Günther Brocker am Werk, mit dem RWO bis Anfang November lediglich fünf Punkte ergatterte und da schon das Tabellenende zierte. Als Übergangscoach war dann bis zur Winterpause Friedhelm Kobluhn aktiv. Bevor der Ex-Dortmunder Heinz Murach das weitgehend aussichtslose Unternehmen Klassenerhalt anging. Bei aller Tristesse geht an der Landwehr in dieser Saison ein Stern auf. Dietmar Jakobs, später Vizeweltmeister und mit dem HSV Deutscher Meister, begann seine Bundesligakarriere bei RWO im Sturm, erzielte dabei in 34 Begegnungen stolze zwölf Treffer.

Spieler und Tore

Dietmar Jakobs 34/12, Reiner Hollmann 34/7, Josef Tenhagen 34/4, Gerd Wörmer 34/1, Willi Mumme 33/3, Friedhelm Dick 33/2, Hermann-Josef Wilbertz 31/2, Lothar Kobluhn 29/6, Hans Schumacher 27/3, Werner Ohm 25/0, Dieter Heinrichs 21/2, Willi Jansen 21/0, Karl-Heinz Artmann 18/3, Wolfgang Scheid 17/0, Fred Hoff 6/0, Friedel Szeimies 4/0, Herbert Liedtke 3/0, Gerd Fröhlich 3/0, Hugo Dausmann 3/0, Hermann Kaldenhof 1/0

Jansen (Scheid)

Wilbertz Dick Wörmer Ohm

Tenhagen L. Kobluhn Hollmann

Mumme Jakobs Schumacher

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