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revierkick

Spielzeit 1978/79

General Winter beherrscht die Liga

Einer beherrscht die Liga, der zwar in anderen Sportarten gebraucht wird, nicht aber beim Spiel auf der grünen Wiese: General Winter sorgt für 46 Ausfälle. Bis zum 9. März wird der Terminplan außer Kraft gesetzt. Gespielt wird, wann und wo es geht. Aber erst zwei Spieltage vor Schluss ist die Tabelle wieder begradigt.

Ein anderer gestrenger Herr sitzt auf der Bank des Hamburger SV. Branco Zebec führt die Hanseaten zum Meistertitel, nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem VfB Stuttgart bis zum vorletzten Spieltag. Dann ist die Entscheidung gefallen und am letzten Spieltag will man in Hamburg richtig feiern. Doch die Fete wird zu einem Albtraum. Einige Verrückte lassen sich im ausverkauften Volksparkstadion zu Taten hinreißen, die für Hunderte Verletzte sorgen. Was als lustige Meisterfeier gedacht war, endet in einer Orgie der Gewalt und Verwüstung. Ein Wunder, dass keine Toten zu beklagen sind.

Sportlich drückt dieser Saison vor allem der Engländer Kevin Keegan seinen Stempel auf, der die Fans überall mit seiner Spielweise von den Sitzen reißt. Dies ist beileibe nicht von jedem Spiel zu sagen. Es fallen so wenig Tore wie lange nicht. Mit lediglich 22 Treffern wird Klaus Allofs Torschützenkönig. Ein Tor weniger erzielt Klaus Fischer, dessen Schalker Teamkollege mit nur einem Treffer schneller in die Fußball-Historie eingeht. Denn es ist das 15.000 Tor seit Gründung der Liga.

Die 2. Bundesliga-Nord wird dagegen zur internen Betriebsmeisterschaft der Bayer-Werke. Am Ende setzt sich das Hauptwerk in Leverkusen souverän durch, während Zweigwerk Uerdingen erst noch durch die Relegation muss (1:1 und 2:1 gegen den Südzweiten SpVgg. Bayreuth).

Das Revier in der 1. Liga

Die Spielzeit 78/79 sollte bis dato die erfolgreichste der Bochumer im Oberhaus werden. Am Ende belegte die Mannschaft von Heinz Höher, für den es das letzte Trainerjahr in Bochum werden sollte, den achten Tabellenplatz (33:35 Punkte, 47:46 Tore). Höhepunkt der Saison war sicherlich der 4:1-Erfolg über Nachbar Borussia Dortmund, bei dem die „Rakete“ Heinz-Werner Eggeling eines seiner besten Spiele im VfL-Trikot zeigte. Neu im Bochumer Kader waren die vor allem als Kämpfer gefeierten Spieler Rolf Blau und Walter Oswald, die zu Saisonbeginn vom FC St. Pauli zum VfL wechselten. Außerdem kündigte sich auf der Torwart-Position eine Wachablösung an, als der junge Reinhard Mager, trotz nur eines Einsatzes, seine Ambitionen auf den Platz von Werner Scholz anmeldete.

Spiele und Tore

Heinz-Werner Eggeling 34/8, Michael Lameck 34/1, Dieter Bast 33/6, Walter Oswald 33/3, Lothar Woelk 33/3, Franz-Josef Tenhagen 32/1, Michael Eggert 31/8, Hans-Jochen Abel 28/11, Holger Trimhold 27/0, Rolf Blau 24/3, Hermann Gerland 22/0, Reinhard Mager 21/0, Paul Holz 20/1, Werner Scholz 14/0, Josef Kaczor 11/1, Dieter Versen 11/0, Hans-Jürgen Köper 9/1, Hans-Joachim Pochstein 6/0

Mager (Scholz)

Eggert Oswald Woelk Lameck

Bast Tenhagen Trimhold (Holz) Blau (Gerland)

Abel Eggeling

Die Saison begann mit großen Erwartungen, die durch den 1:0-Startsieg über die Bayern gesteigert wurden. Doch bald fand sich der BVB im Mittelmaß wieder. Es gab Stress mit Trainer Rühl, der konsequent auf Verjüngung setzte (und der am Ende durch Uli Maslo ersetzt wurde). Spieler (u.a. Burgsmüller) meuterten, Lippens verließ schon vor Ende der Saison den Verein Richtung Amerika. Und Goalgetter Manni Burgsmüller hatte es sich mit seiner „großen Klappe“ sogar beim Publikum verscherzt. Das kam längst nicht mehr so in Scharen wie zuletzt – der Schnitt sank um satte 10.000. Kein Wunder, dass es mal wieder nach Krise roch. Ein neuer Vorsitzender sollte für frischen Wind sorgen – der 32-jährige Reinhard Rauball, auf den in allen Bereichen eine Menge Arbeit wartete.

Spiele und Tore

Miroslav Votava 34/5, Werner Schneider 34/4, Lothar Huber 34/4, Manfred Burgsmüller 33/15, Peter Geyer 33/5, Amand Theis 31/1, Siegfried Held 29/1, Wolfgang Vöge 27/3, Horst Bertram 25/0, Herbert Hein 24/0, Willi Lippens 21/4, Burghard Segler 19/3, Hans-Joachim Wagner 18/0, Herbert Meyer 16/0, Eike Immel 10/0, Norbert Runge 9/3, Theo Schneider 7/1, Ralf Augustin 5/2, Egwin Wolf 2/0, Klaus Ackermann 1/0, Wolfgang Frank 1/0

Bertram

Schneider Theis Wagner (Meyer) Huber (Hein)

Votava Held Burgsmüller

Geyer Vöge Lippens (Segler)

Die Spielzeit steht ganz unter dem Stern des UEFA-Cups, für den sich die Zebras erstmals qualifiziert hatten. Wegen der endlosen Spielausfälle, dem Vordringen bis ins Halbfinale im UEFA-Cup und vier Runden im DFB-Pokal ist der MSV-Terminkalender im Frühjahr 1979 so voll, dass man in der Bundesliga teilweise drei Partien hinter der Konkurrenz her hechelt. Als alle Nachholspiele absolviert sind, hat sich der MSV auch rechnerisch gerettet, kann für die neue Saison planen. Leider ist die finanzielle Situation weiter prekär. Unglücklicherweise erreichten drei deutsche Teams das Halbfinale des UEFA-Pokals, mit denen das Fernsehbudget quasi geteilt werden musste. Spielerverkäufe waren erneut unvermeidlich. Worm ging zur Braunschweiger Eintracht (1,1 Mio DM), Jakobs zum HSV (950.000 Mark). Auch der fliegende Holländer Kes Bregman verabschiedet sich von den Fans in Meiderich.

Spiele und Tore

Bernhard Dietz 34/8, Kurt Jara 34/4, Dietmar Jakobs 34/2, Kees Bregman 34/1, Peter Fenten 33/0, Ronald Worm 32/10, Günther Weber 30/3, Norbert Fruck 27/2, Norbert Dronia 27/0, Manfred Dubski 26/4, Gerhard Heinze 26/0, Herbert Büssers 23/7, Rainer Alhaus 21/1, Rudolf Seliger 12/1, Werner Buttgereit 11/0, Wolfgang Schreiner 8/0, Michael Brocker 6/0, Gregor Grillemeier 5/0, Jürgen Ulitzka 2/0

Heinze

Dronia Jakobs Bregman Dietz

Jara Fenten Fruck Dubski (Büssers)

Worm Weber (Alhaus)

Es geht weiter rapide abwärts mit dem FC Schalke 04. Siebert zieht nur einen personellen Trumpf: Coach Ivica Horvat kehrt zurück. Dafür wandert Spielmacher Bongartz nach Kaiserslautern ab. Die große Mannschaft der siebziger Jahre dankt in Raten ab. Die Kremers-Zwillinge, Herbert Lütkebohmert und Jürgen Sobieray spielen verletzungsbedingt keine große Rolle mehr. Die vielen jungen Talente können sie aber noch nicht gleichwertig ersetzen. Zudem nervt die Fans ein massives Torwartproblem. Weder Volkmar Groß noch Peter Sandhofe können die verunsicherte Abwehr stabilisieren. Allein ein Duo vermag Schalke zu retten. Klaus Fischer und Rüdiger Abramczik schießen gemeinsam 39 Tore. Nahezu alle Tore fallen nach dem Muster: Vorlage Abramczik, Tor Fischer. Oder auch umgekehrt.

Spiele und Tore

Klaus Fischer 34/21, Rüdiger Abramczik 34/18, Rolf Rüßmann 34/3, Klaus Fichtel 34/2, Mathias Schipper 34/0, Ulrich Bittcher 29/2, Thomas Kruse 25/0, Herbert Lütkebohmert 23/1, Friedrich Wagner 20/0, Herbert Demange 18/1, Volkmar Groß 17/0, Lennart Larsson 13/1, Peter Sandhofe 17/0, Thomas Lander 12/2, Helmut Kremers 12/1, Norbert Elgert 12/0, Bernd Thiele 11/0, Norbert Dörmann 10/2, Jürgen Sobieray 10/0, Erwin Kremers 4/1, Michael Tönnies 4/0, Manfred Dubski 3/0, Uwe Höfer 1/0

Groß (Sandhofe)

Kruse Rüßmann Fichtel Schipper

Bittcher Lütkebohmert Wagner (Larsson)

Abramczik Fischer Demange (Elgert)

Bild 78spielausfall