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revierkick

Spielzeit 1979/80

Raumdeckung und neue Sterne

Eine neue taktische Variante beginnt ihren Siegeszug in der Bundesliga – die Raumdeckung. Weil die schachbrettartige Aufteilung des Spielfelds in Zonen besonders von den Münchener Bayern meisterlich beherrscht wird, gewinnen sie die Schale vor dem Favoriten Hamburger SV. Nachdem Franz Beckenbauer vor zwei, Berti Vogts vor einem Jahr die Bundesligabühne verlassen haben, ist es jetzt der Maier Sepp, der nach einem schweren Autounfall seine Karriere beendet – ein schwerer Verlust für die Bundesliga.

Dafür gehen bei der EM 1980 in Italien neue Sterne auf. Denn die deutsche Nationalmannschaft sichert sich nach 1972 wieder den Titel des Europameisters und Spieler wie Kölns Bernd Schuster, Gladbachs Lothar Matthäus oder Hamburgs Horst Hrubesch spielen sich dabei in den Blickpunkt.

Drei Mannschaften aus dem Norden müssen die Liga verlassen. Weil Hertha BSC, Eintracht Braunschweig und Werder Bremen absteigen, sind der Westen und der Süden in der Eliteklasse fast unter sich. Allein der HSV hält die Fahne der Nordlichter oben.

Phasenweise meldet sich der BVB auch in der deutschen Spitzengruppe als bester Revierverein zurück. Schalke und Bochum landen auf Mittelplätzen. Die Duisburger kämpfen bis kurz vor Schluss gegen den Abstieg. Fortuna Düsseldorf scheitert im Europapokal der Pokalsieger zwar schon in der ersten Runde. Erhält aber sozusagen eine zweite Chance. Sie gewinnen das DFB-Pokal-Finale in Gelsenkirchen gegen den 1.FC Köln mit 2:1 und sind so erneut international am Start.

Das Revier in der 1. Liga

Für den neuen Präsidenten Reinhard Rauball stand früh fest, wie er den BVB aus der Krise führen wollte: Investieren mit Konzept. Dazu holte er sich mit Udo Lattek einen erfahrenen und erfolgreichen Trainer an seine Seite. Dem gelang es, die Mannschaft hinter sich zu bringen. Seine Handschrift wurde schnell sichtbar, und am 22. September stand der BVB erstmals nach neun Jahren sogar an der Tabellenspitze. Vor allem Udo Lattek war klar, dass dies nicht so bleiben könnte. Und so finden sich die Dortmunder am Ende auch „nur“ auf dem sechsten Platz wieder, verpassen knapp die Qualifikation für den UEFA-Cup. Aber sie haben die Massen zurück ins Westfalenstadion gelockt – gut 6.000 pro Spiel mehr als noch im letzten Jahr.

Spiele und Tore

Manfred Burgsmüller 34/20, Peter Geyer 34/6, Eike Immel 34/0, Miroslav Votava 33/4, Werner Schneider 33/2, Herbert Hein 32/1, Lothar Huber 28/3, Wolfgang Vöge 24/11, Wolfgang Frank 24/7, Herbert Meyer 23/1, Amand Theis 21/1, Hans-Joachim Wagner 28/1, Meinolf Koch 15/1, Norbert Dörmann 15/0, Theo Schneider 14/2, Paul Holz 11/0, Norbert Runge 10/2, Ralf Augustin 4/0, Burghard Segler 1/0

Immel

Huber Wagner Meyer (Theis) Hein

Schneider Votava Burgsmüller

Geyer Vöge Frank

Mit Investitionen in den Kader will Schalke den rasanten Abwärtstrend stoppen. Vor allem die Transfers der Jugoslawen Dzoni und Boljat rücken Präsident Siebert in ein schiefes Licht, sorgen indirekt und später für seinen erneuten Rücktritt. Richtig helfen und die Schalker nach oben bringen können weder sie noch der aus Berlin zurück gekehrte Norbert Nigbur. Und Manfred Drexler, aus Darmstadt nach Schalke gekommen, geht auf zweifelhafte Weise in die Liga-Geschichte ein. Nach einem Tritt gegen den am Boden liegenden Bayern-Spieler Kraus, den der Schiri nicht sah, wird Drexler nachträglich via Fernsehbeweis für drei Monate (!) gesperrt. Drei Trainer – Lorant, Schwager, Jusufi – vermögen es jeweils nur phasenweise, Schalke neues Leben einzuhauchen. Und einen neuen Präsidenten gibt es auch: Dr. Fenne löst Siebert ab – und stellt ihn als Manager ein. Schalker Verhältnisse ...

Spiele und Tore

Rolf Rüssmann 34/3, Rüdiger Abramczik 32/3, Bernd Thiele 31/2, Winfried Berkemeier 29/5, Ulrich Bittcher 29/3, Klaus Fichtel 29/0, Norbert Nigbur 28/0, Thomas Kruse 27/2, Klaus Fischer 26/7, Helmut Kremers 21/3, Vilzon Dzoni 21/2, Norbert Elgert 19/2, Wolfram Wuttke 19/1, Manfred Drexler 18/3, Mario Boljat 9/2, Winfried Geier 8/0, Uwe Höfer 7/2, Peter Sandhofe 6/0, Michael Opitz 3/0, Ulrich Schröder 1/0, Michael Tönnies 1/0

Nigbur

Kruse (Dzoni) Rüßmann Fichtel Thiele

Berkemeier Bittcher H. Kremers

Abramczik Fischer Elgert (Wuttke)

Viel Neues gab es vor der Saison in Bochum zu bewundern: Endlich war das neue Schmuckkästchen, das Ruhrstadion fertig. Und mit Helmut Johannsen stellte der VfL gleich auch noch einen neuen Trainer vor. Doch alle guten Vorzeichen halfen nichts, der Start ging gründlich in die Hose: Zunächst eine 0:3-Heimniederlage gegen den HSV, dann ein 0:1 bei Bayer Uerdingen. 1:9 Punkte hieß die erschreckende Bilanz nach den ersten Spielen, doch ausgerechnet das Derby beim BVB (2:2) brachte die Wende. Die kommenden fünf Partien brachten 9:1 Zähler ein und sorgten zunächst für Ruhe im Bochumer Umfeld. Bis ein Angebot aus Braunschweig für neue Schlagzeilen sorgte: Heinz-Werner Eggeling wechselte für die Wahnsinns-Summe von einer Million Mark zur Eintracht. Am Ende schaffte der VfL dennoch einen ordentlichen zehnten Platz (32:36 Punkte, 41:44 Tore).

Spiele und Tore

Hans-Joachim Abel 34/13, Franz-Josef Tenhagen 34/1, Lothar Woelk 34/1, Reinhard Mager 34/0, Rolf Blau 33/3, Michael Lameck 33/2, Heinz Knüwe 32/4, Dieter Bast 29/1, Josef Kaczor 27/6, Walter Oswald 27/3, Michael Eggert 23/3, Hermann Gerland 19/1, Heinz-Werner Eggeling 13/1, Luca Bonacic 10/0, Kurt Pinkall 7/2, Lutz Gerresheim 5/0, Werner Schachten 3/0, Ottmar Scheuch 2/0, Ulrich Bittorf 1/0

Mager

Eggert (Gerland) Oswald Woelk Lameck

Knüwe Tenhagen Blau Bast

Abel Kaczor

Die Spieler verlangten Verstärkungen, der neue Trainer drohte abzuspringen. Vor der Saison gab es beim MSV mächtig viel Trouble. Coach Heinz Höher hatte ein lukratives Angebot aus den USA vorliegen, hielt aber sein mündliches Versprechen in Duisburg ein. Doch nach einem kurzen Höhenflug durfte er das bereut haben. Denn er stand im Mittelpunkt beißender Kritik, weil er taktisch zu defensiv und abwartend agieren ließ. Höher begründete dies mit der Unerfahrenheit seiner Schützlinge. Die Winterpause verbrachte der MSV auf einem Abstiegsplatz. Und am 21. Spieltag lief die Uhr von Heinz Höher ab. Assistent Friedhelm Wenzlaff übernahm die Verantwortung, der am drittletzten Spieltag gegen 1860 München den Klassenerhalt sicherte. Zu diesem Spiel war der Eintrittspreis um eine Mark erhöht worden. Damit sollte Regisseur Jara gehalten werden.

Spiele und Tore

Manfred Dubski 34/3, Bernard Dietz 33/4, Paul Steiner 33/4, Gerhard Heinze 33/0, Herbert Büssers 32/2, Norbert Fruck 31/6, Thomas Kempe 31/6, Kurt Jara 31/4, Norbert Dronia 25/0, Hans-Dieter Mirnegg 24/1, Gregor Grillemeier 21/4, Frank Saborowski 21/0, Peter Fenten 21/0, Rudolf Seliger 18/8, Raimund Hiegemann 13/0, Werner Buttgereit 6/1, Edmund Kaczor 5/0, Paul Dörflinger 4/0, Wolfgang Schreiner 2/0, Franz-Wilhelm Brings 1/0, Jürgen Ulitzka 1/0

Heinze

Dronia (Saborowski) Steiner Fruck (Mirnegg) Dietz

Dubski Fenten Jara Kempe

Seliger Büssers

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