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revierkick

Spielzeit 1982/83

Lachnummern und blaue Wunder

Die Saison begann mit einer Lachnummer. Ausgerechnet dem neuen Keeper des großen FC Bayern, dem Belgier Jean-Marie Pfaff, passierte im Bremer Weserstadion das kuriose Missgeschick, einen Einwurf von Bremens Rechtsaußen Uwe Reinders zum 1:0 passieren zu lassen. Es war auch ansonsten nicht das Jahr der Bajuwaren, die am Ende auf einem für sie enttäuschenden vierten Platz landeten. Die Bremer dagegen sorgten mit viel Offensivgeist für frischen Wind in der Liga. Kein Wunder, dass der spätere Vizemeister von der Weser mit Rudi Völler auch den besten Torschützen stellte.

Auch wenn es spannend wie lange nicht mehr zuging, das Interesse der Fans war rapide zurück gegangen, was den Schatzmeistern der Liga große Sorgen bereitete. Nur Bayern München erreichte einen Schnitt von mehr als 30.000 Besuchern pro Spiel. Die Nord-Klubs HSV und Bremen, die sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel lieferten, der erst am letzten Tag und mit dem Rechenschieber entschieden wurde, brachten es dagegen beide auf bescheidene 25.000 Stammkunden. Experten schoben diese Negativentwicklung der WM in Spanien in die Schuhe, wo die Nationalmannschaft zwar Vize-Weltmeister geworden war, insgesamt mit ihrer destruktiven Spielweise viel Antiwerbung betrieben hatte.

Spannend wurde die Saison richtig, als der HSV nach 36 ungeschlagenen Spielen in Serie im Bremer Weserstadion 2:3 verloren hatte. Doch letztlich retteten sich die Hamburger vor den aufmüpfigen Nachbarn gerade über die Ziellinie.

Das Revier in der 1. Liga

Die wichtigste personelle Veränderung geschah hinter den Kulissen. Reinhard Rauball musste wegen geschäftlicher Überlastung zurücktreten. Dies war ein schwerer Schlag für den BVB, denn unter seiner Präsidentschaft war man wieder ein fester Bestandteil im oberen Tabellendrittel geworden. Und hatte sich auch wirtschaftlich stabilisiert. Tatsächlich taten sich seine Nachfolger schwer, früh tauchten wieder Meldungen von wirtschaftlichen Schieflagen auf. Zumal es sportlich – trotz eines genialen neuen Spielmachers namens Marcel Raducanu – nicht mehr so rund wie zuletzt lief. Trotz eines zwischenzeitlichen Hochs mit Rang drei, holte der BVB unter Neu-Coach Karl-Heinz Feldkamp am Ende lediglich fünf Punkte aus den letzten zehn Spielen. Zu wenig für einen Platz im internationalen Wettbewerb. Aus dem war man nach der Qualifikation in der letzten Saison bereits in der ersten Runde geflogen. Endstation waren die Glasgow Rangers. Im DFB-Pokal gelang das Vordringen bis ins Halbfinale, wo man allerdings happig hoch mit 0:5 gegen Fortuna Köln baden ging.

Spiele und Tore

Meinolf Koch 34/4, Eike Immel 34/0, Manfred Burgsmüller 32/17, Siegfried Böninghausen 32/2, Bernd Klotz 31/10, Erdal Keser 31/9, Rolf Rüßmann 31/4, Lothar Huber 31/2, Franz-Josef Tenhagen 31/0, Rüdiger Abramczik 27/16, Marcel Raducanu 26/9, Michael Zorc 24/2, Ralf Loose 24/1, Hans-Werner Eggeling 15/0, Horst Freund 5/0, Herbert Hein 5/0, Hans-Joachim Wagner 4/0, Michael Lusch 3/0, Franz-Josef Schmedding 2/0, Jörg Horn 1/0

Immel

Huber Rüßmann Koch Böninghausen

Tenhagen (Zorc) Raducanu (Loose) Burgsmüller

Abramczik Klotz Keser

So grandios wie der Einstand von Trainer Rolf Schafstall in der vergangenen Spielzeit war, so trist vor der Saisonauftakt 82/83: Drei Niederlagen in Serie bedeuteten die „rote Laterne“. Der Weggang von Jochen Abel zum FC Schalke 04 wog schwer, nur zwei Tore standen nach acht Partien auf Seiten des VfL Bochum. Doch Präsident Ottokar Wüst hielt weiter zum Trainer und so langsam kam auch der Erfolg zurück. Mit einem Punktverhältnis von 15:19 in der Rückrunde konnte sich die Mannschaft im Mittelfeld festsetzen und am Ende den Klassenerhalt feiern (Platz 13). Dennoch war dem Trainer klar: „Wir sind gerade mal so durch die Kurve gekommen.“

Spiele und Tore

Michael Lameck 34/3, Lothar Woelk 34/2, Dieter Bast 34/1, Christian Schreier 33/8, Heinz Knüwe 33/5, Ralf Zumdick 33/0, Stefan Pater 32/6, Walter Oswald 32/4, Michael Jakobs 32/1, Wolfgang Patzke 31/8, Bernd Storck 21/1, Detlev Krella 16/1, Ivan Zugcic 14/0, Ulrich Bittorf 10/0, Michael Kühn 9/2, Frank Benatelli 8/0, Dieter Kramer 6/0, Thomas Andersson 5/0, Hermann Gerland 3/0, Frank Islacker 3/0, Andreas Bordan 3/0, Reinhard Mager 1/0, Reinhold Zagorny 1/0

Zumdick

Oswald Jakobs Woelk Storck

Bast Knüwe Lameck Patzke

Pater Schreier

Nach dem relativ klaren Aufstieg verstärkte man sich mit zwei Revier-Ikonen. Bernard Dietz kam aus Duisburg für die Abwehr, Jochen Abel aus Bochum für den Sturm. Manager Assauer war seiner Maxime Treu geblieben und hatte auf routinierte Spieler gesetzt. Ein Eklat ist die Verbannung von Norbert Nigbur, für den Walter Junghans von der Bayern-Bank geholt wird. Dafür zeigen die Fans wenig Verständnis, zumal der Neue in seinen Leistungen unbeständig ist. Immerhin wird Wolfram Wuttke aus Gladbach zurück gekauft. Als zumindest der drittletzte Platz und damit ein Relegationsspiel gegen den Dritten der zweiten Liga erreicht wird, hoffen alle in Schalke zuversichtlich auf den Klassenerhalt. Aber Bayer Uerdingen reißt den Klub aus allen Träumen – Schalke ist nach einem Jahr schon wieder zweitklassig.

Spiele und Tore

Bernard Dietz 34/4, Hans-Joachim Abel 33/9, Mathias Schipper 33/1, Ilyas Tüfekci 32/8, Michael Opitz 32/3, Manfred Drexler 31/4, Ulrich Bittcher 31/3, Winfried Geier 24/1, Walter Junghans 23/0, Thomas Kruse 22/0, Norbert Janzon 21/2, Hubert Clute-Simon 20/2, Theo Bücker 20/1, Werner Lorant 18/0, Wolfram Wuttke 16/7, Norbert Nigbur 11/0, Peter Stichler 10/0, Harald Kügler 5/0, Volker Abramczik 3/1,

Junghans (Nigbur)

Kruse Dietz Schipper

Opitz Drexler Bittcher Geier (Clute-Simon)

Abel Tüfekci Janzon

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