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revierkick

Spielzeit 1984/85

Bayer spuckt Bayern in Double-Suppe

Jubel im Bayern-Land. Nach drei Jahren Tristesse ohne Meisterehren hielt der bajuwarische Fußballstolz am Ende der Saison die Schale wieder in der Hand. Es wurde ein Start-Ziel-Sieg, keinesfalls aber ein Alleingang. Denn stets spürten Augenthaler, Lerby und Co. den Atem von Verfolger Werder Bremen im Nacken. Theoretisch wäre sogar noch am letzten Spieltag ein Wechsel an der Spitze möglich gewesen. Aber ein 1:0-Sieg bei Absteiger Eintracht Braunschweig ließ die Münchener nach 34 Runden jubeln, zumal mit diesem Titelgewinn nicht unbedingt gerechnet worden war. Der Verlust von Rummenigge schmerzte, und auch Coach Lattek wusste vor der Saison nicht, wie Jungstars wie Matthäus oder Kögl sich behaupten würden.

Zu einem Debakel entwickelte sich die Spielzeit für Vorjahresmeister VfB Stuttgart. Im Premierenjahr von Jürgen Klinsmann reichte es für die Schwaben nur zu Platz zehn. Dazu das Pokal-Aus in Runde eins gegen den Zweitligisten 1.FC Saarbrücken. Und auch im Europapokal scheiterte man bereits in der ersten Runde am bulgarischen Vertreter Levski Sofia.

Eine absolute Sensation hatte am Ende noch der DFB-Pokal parat: Bayer Uerdingen, auch in der Bundesliga mit Platz sieben überraschend erfolgreich, verhinderte mit einem 2:1-Sieg in einem denkwürdigen Finale den totalen (Double)-Triumph des FC Bayern.

Das Revier in der 1. Liga

Obwohl auch diesmal wieder einige Leistungsträger den Verein verließen (Schreier für 1,2 Millionen nach Leverkusen, Pater für 350.000 nach Bielefeld und Mager/Gerber für 100.000 nach Berlin), gab es Neuigkeiten in Bochum: Man setzte nicht, wie in der Vergangenheit, auf junge Talente, sondern holte mit Jupp Tenhagen, Klaus Fischer und Siegfried Böninghausen drei „Oldies“ nach Bochum. Und die erfüllte die in sie gesetzten Erwartungen voll: Fischer traf 16 Mal ins Schwarze! Ebenso erfolgreich waren Stefan Kuntz und Frank Schulz mit je elf Toren. Am Saisonende stand für den VfL der neunte Tabellenplatz und zur Erleichterung der Fans wurde nach Ablauf der Spielzeit kein Leistungsträger verkauft.

Spiele und Tore

Klaus Fischer 34/16, Stefan Kuntz 34/11, Frank Schulz 34/11, Ralf Zumdick 34/0, Michael Lameck 33/0, Lothar Woelk 32/1, Heinz Knüwe 29/2, Walter Oswald 29/1, Martin Kree 27/2, Ivan Zugcic 25/0, Franz-Josef Tenhagen 24/1, Ingo Pickenäcker 22/0, Toni Schreier 19/1, Siegfried Böninghausen 16/0, Frank Benatelli 15/4, Florian Gothe 9/0, Frank Saborowski 5/0, Peter Knäbel 1/1

Zumdick

Kree Woelk Knüwe Lameck

Schulz Oswald Zugcic Tenhagen

Fischer Kuntz

Die Chaoswochen gehen weiter. Der Vorstand unter Friedhelm Cramer sieht sich verstärkten Fan-Protesten ausgesetzt. Auch mit Timo Konietzka als Trainer und dem ungeliebten Manager Tippenhauer geht der Niedergang weiter, nach acht Spielen hatte der BVB erst vier Punkte auf seinem Konto. Nachdem Reinhard Rauball zu einer erneuten Amtszeit überredet werden konnte, war dessen erste Amtshandlung, Konietzka und Tippenhauer zu feuern. Der neue Vorstand musste zunächst einen Schuldenberg von 4,3 Mio DM zur Kenntnis nehmen, Lizenzentzug und Zwangsabstieg drohten. Unter diesen Voraussetzungen übernahm Erich Ribbeck als Coach ein mehr als schweres Erbe. Doch er schaffte zumindest den Klassenerhalt, bevor er – vereinbarungsgemäß – weiter nach Leverkusen zog.

Spiele und Tore

Eike Immel 34/0, Rolf Rüßmann 33/2, Bernd Storck 32/1, Andre Egli 31/6, Ralf Loose 31/4, Ingo Anderbrügge 31/4, Michael Zorc 30/8, Wolfgang Schüler 30/6, Daniel Simmes 29/5, Marcel Raducanu 25/7, Ulrich Bittcher 24/0, Jürgen Wegmann 20/5, Werner Dreßel 18/1, Günter Kutowski 16/0, Lothar Huber 13/0, Bernd Klotz 12/2, Frank Pagelsdorf 8/0, Meinolf Koch 7/0, Michael Lusch 4/0, Uwe Michel 1/0, Michael Griehsbach 1/0

Immel

Kutowski (Huber) Rüßmann Egli Storck

Loose Raducanu (Bittcher) Anderbrügge Zorc

Simmes Schüler (Wegmann)

Obwohl nicht viele den Schalkern den erneuten Aufstieg zugetraut hatten, gelang der jungen Mannschaft um das Ausnahmetalent Olaf Thon die Rückkehr in die erste Liga. Und dort spielt die Truppe – verstärkt mit dem Torjäger Dieter Schatzschneider – mehr als ordentlich mit. Am Ende belegt der Aufsteiger einen hervorragenden achten Platz. Fast wäre es beim letzten Spiel noch um einen UEFA-Cup-Platz gegangen. Zusätzliches Glanzlicht ist der 3:1-Sieg im Rückspiel gegen den BVB, der auch im DFB-Pokal ausgeschaltet werden kann. Und als Sahnetupfer macht Olaf Thon am 16. Dezember 1984 sein erstes Spiel im Nationaldress. Er beendet damit die lange Abstinenz der Königsblauen auf nationaler Ebene.

Spiele und Tore

Olaf Thon 34/10, Bernd Dierßen 33/3, Gerd Kleppinger 32/4, Bernard Dietz 32/3, Klaus Täuber 30/18, Michael Jakobs 30/3, Walter Junghans 29/0, Thomas Kruse 28/0, Mathias Schipper 28/0, Dieter Schatzschneider 27/9, Michael Opitz 25/2, Frank Hartmann 18/7, Norbert Eilenfeldt 17/1, Caspar Memering 17/1, Klaus Fichtel 13/0, Peter Stichler 12/1, Klaus Berge 12/0, Pavel Macak 5/0, Michael Skibbe 4/0

Junghans

Kruse Dietz Schipper Jakobs

Dierßen Kleppinger (Memering) Opitz Thon

Schatzschneider (Hartmann) Täuber

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