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revierkick

Spielzeit 1985/86

Kutzops „ewiger“ Pfostenschuss

Ein Fußballjahr voller Dramatik und ein Mal mehr im Schatten des Nord-Süd-Konflikts, des fast schon „ewigen“ Zweikampfs Bayern München contra Werder Bremen. Doch schrieben in diesem Jahr auch noch andere Klubs Schlagzeilen für die „ewigen Geschichtsbücher“. So zum Beispiel Bayer Uerdingen. Die spektakulären Uerdinger – auch in der Bundesliga auf Platz drei – hatten das Hinspiel im Europapokal-Viertelfinale bei Dynamo Dresden 0:2 verloren. Und im Rückspiel in der Grotenburg stand es nach 50 Minuten 1:3. Was folgte war eine sensationelle Aufholjagd, die mit einem 7:3-Sieg für Funkel und Co. endete. Unvergesslich!

Ebenso das Relegationsspiel um den dritten Absteiger. Nach einer 0:2-Hinspielniederlage gegen Fortuna Köln stand Borussia Dortmund schon mit einem Bein in Liga „Zwei“, als im Rückspiel im Westfalenstadion „Kobra“ Jürgen Wegmann Sekunden vor dem Abpfiff den Ball zum 3:1 für den BVB über die Linie stolpert. Ein drittes Spiel wurde notwendig, das allerdings zur Farce geriet, denn eine Grippewelle raffte die Mannschaft des unvergessenen Jean Löhrings nieder. Der DFB verlegte zwar das Spiel um eine Woche, aber immer noch geschwächt gingen die Fortunen im Düsseldorfer Rheinstadion mit 0:8 (Halbzeit 0:1!) unter. Für den BVB sollte allerdings nach diesem Drahtseilakt eine neue glanzvolle Ära anbrechen.

Doch all dies verkam zur Randnotiz angesichts eines beispiellosen Titelrennens, dass am vorletzten Spieltag einem dramatischen Höhepunkt zustrebte. Ein Sieg der Bremer im direkten Duell gegen die Bayern hätte die Schale an die Küste gebracht. Wie im Hinspiel, mit dem brutalen Foul von Augenthaler, das Rudi Völler für ein halbes Jahr außer Gefecht setzte, gab es eine knüppelhart geführte Partie, die zwei Minuten vor der Entscheidung stand – Elfmeter für Bremen. Kutzop scheiterte am Pfosten. Und am letzten Spieltag schlugen die Dusel-Bayern mal wieder zurück, sicherten sich nach einem Heimsieg gegen Gladbach den Titel, weil Werder in Stuttgart verlor.

Das Revier in der 1. Liga

Gleich fünf neue Spieler wechselten zu Saisonbeginn zum VfL: Jürgen Wielert, Uwe Wegmann, Volker Knappheide, Uwe Leifeld und Routinier Thomas Kempe sollten für Verstärkung sorgen. Und die Saison verlief zu Beginn gleich hervorragend: In Nürnberg (1:0) und gegen Düsseldorf (5:3) gab es gleich zwei Siege. Zum Torjäger wurde in dieser Spielzeit aber nicht mehr Klaus Fischer, sondern Stefan Kuntz, der es auf 22 Treffer brachte und damit auch die Torjägerkanone gewann. Das blieb, wie viele schon befürchtet hatten, nicht ohne Folgen: Für 1,3 Millionen Mark ging Kuntz nach Uerdingen. Dies mag auch der endgültge Auslöser für Trainer Schafstall gewesen sein, er nahm ein Angebot des FC Schalke 04 an. Sportlich erreichte der VfL immerhin einen neunten Tabellenplatz.

Spiele und Tore

Stefan Kuntz 34/22, Michael Lameck 34/2, Martin Kree 33/2, Uwe Wegmann 32/4, Thomas Kempe 31/3, Walter Oswald 31/0, Lothar Woelk 29/1, Klaus Fischer 27/8, Frank Benatelli 27/4, Uwe Leifeld 26/2, Franz-Josef Tenhagen 24/0, Wolfgang Kleff 20/0, Michael Kühn 18/4, Frank Schulz 17/1, Heinz Knüwe 17/0, Jürgen Wielert 15/1, Ralf Zumdick 10/0, Volker Knappheide 7/1, Markus Croonen 4/0, Toni Schreier 2/0, Dirk Drescher 1/0

Kleff (Zumdick)

Oswald Woelk Kree Lameck

Wegmann Kempe Benatelli

Kuntz Fischer Leifeld

Die neue Mannschaft, die als Neuling im letzten Jahr noch so angenehm überraschte, kann die Erwartungen im gewohnt schwereren zweiten Jahr nicht erfüllen. Glanzstück ist der Angriff mit Frank Hartmann, Klaus Täuber und Olaf Thon. Aber vor allem in den Heimspielen bleiben die Königsblauen viel schuldig. Kein Wunder, dass der Zuschauerzuspruch drastisch von 478.000 auf 322.000 sinkt. Obwohl am Ende noch auf Platz zehn, kämpfen die Schalker lange Zeit gegen den Abstieg. Denn nur zwei Punkte trennen die Blau-Weißen vom 16. Platz. Deswegen ist das Revierderby gegen Dortmund am vorletzten Spieltag ein richtiges Endspiel. Nach dem furiosen 6:1-Hinspielsieg reicht nun ein Treffer von Olaf Thon zum 1:1-Ausgleich für die Rettung. Die Relegationsspiele bleiben den Königsblauen erspart.

Spiele und Tore

Frank Hartmann 34/13, Olaf Thon 34/10, Walter Junghans 34/0, Klaus Täuber 33/16, Gerhard Kleppinger 32/4, Bernd Dierßen 32/2, Mathias Schipper 32/1, Thomas Kruse 28/0, Michael Opitz 28/0, Bernard Dietz 27/0, Dietmar Roth 24/0, Ralf Regenbogen 23/3, Dieter Schatzschneider 20/1, Michael Jakobs 14/0, Klaus Fichtel 13/0, Michael Skibbe 10/1, Carsten Marquardt 6/0

Junghans

Kleppinger Dietz Schipper Roth

Opitz Dierßen Thon

Hartmann Regenbogen (Schatzschneider) Täuber

Dass diese Saison die Wende zum Guten bringen könnte, das hatten nur wenige für möglich gehalten. Denn wegen der katastrophalen finanziellen Situation war an eine wirkliche Verstärkung des Kaders nicht zu denken. Am Ende stand der 16. Platz und die Hölle der Relegation war nicht mehr zu vermeiden. Gegner war Fortuna Köln. Mit 0:2 wurde das Hinspiel im Südstadion verloren, der BVB mit mehr als nur einem Bein in der zweiten Liga. Zumal die Kölner auch im Rückspiel im Westfalenstadion mit 1:0 führten. Nur noch ein Wunder konnte helfen. Und es geschah. Jürgen Wegmann schoss in allerletzter Sekunde mit dem 3:1 das wichtigste Tor seiner Laufbahn. Das erforderliche dritte Spiel gewannen die Dortmunder klar mit 8:0. Das „Überleben“ in der Bundesliga weckte in Dortmund wieder die Lust am Fußball.

Spiele und Tore

Michael Zorc 34/10, Eike Immel 34/0, Jürgen Wegmann 33/14, Dirk Hupe 33/2, Günter Kutowski 33/1, Ulrich Bittcher 32/2, Bernd Storck 31/1, Ralf Loose 30/4, Marcel Raducanu 29/4, Wolfgang Schüler 24/4, Daniel Simmes 24/1, Frank Pagelsdorf 19/2, Ingo Anderbrügge 19/1, Horst Hrubesch 17/2, Lothar Huber 9/0, Werner Dreßel 7/0, Michael Lusch 4/0, Tadeuz Krafft 3/0, Rolf Meyer 1/0

Immel

Kutowski Hupe Loose (Pagelsdorf) Storck

Zorc Bittcher Raducanu

Simmes Wegmann (Hrubesch) Schüler

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