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revierkick

Spielzeit 1988/89

Duell der Trainer geht an Jupp Heynckes

Weniger der Meisterschaftskampf zwischen dem 1. FC Köln und den Münchener Bayern steht im Blickpunkt der Saison 1988/89, sondern vielmehr das Duell der beiden Cheftrainer Jupp Heynckes (FC Bayern) und Christoph Daum (Köln). Auf der einen Seite stand der ruhige, introvertierte Bayern-Coach, auf der anderen erwarb sich Daum mit seinen Breitseiten gegen den Konkurrenten schnell den Ruf als „Lautsprecher“ der Liga. Doch auch Daum verschlug es angesichts der Bayern-Dominanz (36:10 Punkte aus den ersten 23 Partien) gegen Ende der Saison die Sprache. Ausgerechnet in Köln triumphierte der FCB mit 3:1 und machte sich damit vorzeitig zum Meister.

Auch für die Revierclubs ging die Saison zufriedenstellend zu Neige: Borussia Dortmund belegte in der Liga Platz sieben, vielumjubelt aber war der Gewinn des DFB-Pokals durch ein 4:1 gegen Werder Bremen. Außerdem kam einem Dortmunder eine ganz besondere Ehre zu teil: Frank Mill schoss beim 3:0 über Mannheim das 25.000 Bundesligator.

Der VfL Bochum dagegen musste lange um den Klassenerhalt zittern und hielt sich zum Schluss nur Dank des besseren Torverhältnisses im Fußball-Oberhaus.

Die Frankfurter Eintracht vermied in den Relegationsspielen zwar auch den Abstieg, aber dennoch war die Saison für die „Diva vom Main“ gezeichnet von Zoff und Chaos: Vier Trainer (Feldkamp, Zahnleitner, Csernai und Berger), drei Präsidenten (Gramlich, Wolf und Ohms) sowie zwei Manager (Kraus und Friedrich) wurden während der Spielzeit verschlissen.

In der zweiten Liga ging es aus Reviersicht ebenfalls dramatisch zu: In einer Nacht- und Nebelaktion heuerte Peter Neururer beim FC Schalke 04 an und verhinderte noch gerade eben den Absturz in den Amateurfußball. Schalke landete auf Rang 12, die SG Wattenscheid 09 machte es zwar besser, doch 17:21 Punkte und der sechste Tabellenplatz reichten nicht für den erhofften Aufstieg.

Für Rot-Weiss Essen war es am Ende ganz knapp, aber 10:28 Punkte sicherten den 16. Rang und damit den Verbleib in der 2. Bundesliga.

Das Revier in der 1. Liga

Richtig eng wurde es für das neue Trainer-Duo Jupp Tenhagen und Assistent Klaus Fischer, doch der VfL stürzte auch diesmal nicht in die Zweitklassigkeit. Mit großem Optimismus gestartet, Saisonziel war Platz zehn, gingen die Ex-Profis an ihre Arbeit. Doch bereits nach wenigen Wochen war klar, dass der VfL nur darum kämpfen würde, dem Abstiegsstrudel zu entkommen. Nach einer Negativ-Serie von 0:10 Punkten, ging auch das „Schicksalsspiel“ gegen den Tabellenletzten Hannover 96 mit 1:3 im Ruhrstadion verloren. Hängende Köpfe im Bochumer Lager, denn zum Saisonfinale musste man zum Meister FC Bayern reisen. Und tatsächlich: 0:5 hieß am Ende aus VfL-Sicht, das es die Blau-Weißen dennoch nicht erwischte, war ausgerechnet Hannover zu verdanken, die gegen Bochums Konkurrenten Frankfurt ein 1:1 erreichten. Für Tenhagen/Fischer war nach der Saison dennoch Schluss: Reinhard Saftig, der Ex-96-er, übernahm das Kommando.

Andreas Wessels 6/0, Ralf Zumdick 29/0, Olaf Dreßel 1/0, Jürgen Gredig 3/0, Michael Hubner 10/2, Peter Jakisch 8/0, Thomas Kempe 25/1, Martin Kree 33/12, Walter Oswald 24/0, Rob Reekers 30/1, Oliver Westerbeek 15/0, Lothar Woelk 31/1, Frank Benatelli 30/0, Frank Heinemann 26/1, Andrzej Iwan 14/0, Thorsten Legat 24/0, Dirk Riechmann 3/1, Michael Rzehaczek 27/0, Dirk Sadowicz 1/0, Thorsten Bolzek 22/2, Thomas Epp 13/0, Uwe Leifeld 34/13, Josef Nehl 27/3

Zumdick

Kree Woelk Kempe Reekers

Heinemann (Oswald) Benatelli Legat Rzehaczek Leifeld Nehl (Bolzek)

Die Saison begann gleich mit einem Paukenschlag: Trainer Reinhard Saftig bestand auf Michael Zorc als Kapitän, doch der Vorstand stellte sich hinter den aktuellen Mannschaftsführer Frank Mill. Saftig gab sich mit der Lösung nicht zufrieden und packte seine Koffer, als Nachfolger kam Horst Köppel zur Borussia. Der Start war, wie in den Jahre zuvor auch, eher durchwachsen, erst am 7. Spieltag gelang gegen Mannheim der erste Sieg. Doch mit den Neulingen Andreas Möller und Michael Rummenigge, dessen Verpflichtung mehr als umstritten war, zeigten die Schwarz-Gelben des öfteren attraktiven Fußball und begeisterten so ihre immer weiter wachsende Anhänger-Schar. Zum Highlight aber wurde der Triumph im DFB-Pokal. Im Finale schlug man den Saisondritten Werder Bremen, bereits im Achtelfinale feierte man beim Rivalen Schalke 04 einen 3:2-Erfolg.

Wolfgang de Beer 34/0, Alexander Conrad 8/0, Thomas Helmer 30/3, Günter Kutowski 33/1, Robert Nikolic 13/0, Frank Pagelsdorf 13/2, Matthias Ruländer 11/1, Bernd Storck 21/0, Günter Breitzke 31/10, Thomas Kroth 29/0, Michael Lusch 21/1, Murdo MacLeod 32/0, Andreas Möller 29/11, Michael Zorc 27/3, Norbert Dickel 27/12, Patricio Margetic 2/0, Frank Mill 26/6, Oliver Roth 1/0, Michael Rummenigge 32/4, Marc Strudal 12/1

De Beer

Kutowski Kroth Helmer Lusch

MacLeod Zorc Möller Rummenigge

Breitzke Dickel (Mill)

Das Revier in der 1. Liga

Zwei Neuzugänge sorgten vor der Saison für Schlagzeilen. Präsident Dr. Gerd Niebaum, der wiederholt mit seinem Rückzug drohte, holte sich mit Manager Michael Meier einen Partner an seine Seite. Der BVB-Kader erhielt durch Jürgen „Kobra“ Wegmann Zuwachs, nach Rummenigge der zweite Profi, der von der Isar zu den Schwarz-Gelben wechselte. Und es lief gut für die Elf vom Borsigplatz: Ganze 14 Spiele blieb man in Serie ungeschlagen, am Ende stand ein stolzer vierter Tabellenplatz, bei gerade einmal acht Zählern Rückstand auf die Bayern. Auch im Europapokal schlug sich der BVB tapfer, nachdem Besiktas Istanbul ausgeschaltet war, musste Borussia gegen eine bärenstarke Truppe von Sampdoria Genua ihre Segel streichen. Ein weiterer Erfolg: In der Saison stieg der Zuschauerschnitt um 5.000 auf 34.810, damit war Dortmund erneut der Zuschauermagnet der Liga, vor den Münchener Bayern.

Spieler und Tore

Thomas Helmer 34/4, Wolfgang de Beer 33/0, Andreas Möller 32/10, Michael Zorc 32/10, Murdo MacLeod 31/2, Michael Rummenigge 29/9, Jürgen Wegmann 27/2, Robert Nikolic 25/0, Günter Breitzke 24/4, Martin Driller 24/3, Frank Mill 24/2, Thomas Kroth 24/0, Michael Lusch 23/2, Günter Kutowski 23/0, Michael Schulz 21/1, Sergej Gorlukowitsch 10/0, Stefan Strerath 7/0, Norbert Dickel 6/2, Steffen Karl 2/0, Martin Wiercimok 2/0, Rolf Meyer 1/0, Stephan Ritz 1/0.

De Beer

Kutowski Helmer Kroth (Schulz) Nikolic (Lusch)

MacLeod Zorc Möller Rummenigge

Wegmann (Driller) Mill (Breitzke)

Auch Reinhard Saftig hatte viel vor mit dem VfL. Aber seine Versprechungen von einer bundesligatauglichen Mannschaft verpufften schnell. Trotz des Rückkehrers Uwe Wegmann, schlitterten die Blau-Weißen schon nach zwei Spielen ans Tabellenende. Der 11. Platz nach der Hinrunde war nur ein kurzer „Höhenflug“, in der Rückserie rutschte der VfL wieder in den Keller und kam auch durch einen 2:0-Heimsieg am letzten Spieltag gegen den Karlsruher SC nicht mehr um die Relegation herum. Die Partie in Saarbrücken gewann die Saftig-Truppe mit 1:0 (Legat traf per Elfmeter), doch im Rückspiel mussten die Fans lange zittern. Bis kurz vor Schluss lagen die Gäste in Front, bevor Uwe Leifeld mit seinem Treffer zum 1:1 für die Erlösung und den Verbleib in der Bundesliga sorgte.

Spieler und Tore

Michael Rzehaczek 32/8, Uwe Wegmann 31/6, Rob Reekers 31/1,Uwe Leifeld 30/10,Thomas Kempe 30/3, Stefan Kohn 29/6, Frank Benatelli 28/1, Thorsten Legat 28/1, Josef Nehl 26/6, Olaf Dreßel 21/0, Elard Ostermann 21/1, Walter Oswald 21/0, Frank Heinemann 20/0, Andreas Wessels 17/0, Ralf Zumdick 17/0, Michael Hubner 12/0, Gerrit Plomp 10/0, Peter Zanter 10/0, Andreas Ridder 8/1, Laszlo Farkashazy 8/0, Dirk Eitzert 2/0, Thomas Epp 2/0, Meinolf Mehls 1/0, Dirk Sadowicz 1/0.

Wessels (Zumdick)

Oswald Kempe Reekers

Heinemann (Dreßel) Benatelli Rzehaczek Wegmann Legat (Nehl)

Kohn Leifeld

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