Impressum | Kontakt

revierkick

Spielzeit 1990/91

Nobodies aus der Pfalz sorgen für Titelüberraschung

Von Überraschungen wird im Fußball ja des Öfteren erzählt, doch der Saisonausgang 1990/91 darf mit Fug und Recht als solche bezeichnet werden. Die „Nobodies“ aus der Pfalz entschieden das Meisterrennen für sich. Bayern München, Werder Bremen oder Borussia Dortmund staunten am Ende nicht schlecht, als die Schale zum 1. FC Kaiserslautern ging.

Der „Aufstand“ der roten Teufel verzückte die ganze Fußballnation, und die Truppe von Coach Karl-Heinz Feldkamp feierte Dank Teamgeist, Leidenschaft und Kampfkraft den nicht für möglich gehaltenen Titelgewinn. Den Münchenern, die praktisch die gesamten 80er Jahre dominierten, blieb zum Auftakt des neuen Jahrzehnts nur der zweite Platz.

Doch die Saison machte auch anders auf sich aufmerksam: Gleich zwei Negativrekorde standen nach dem letzten Spieltag zu Buche. 46 Mal sahen die Bundesligisten die Rote Karte. Auch die Trainer hatten kein ruhiges Leben an der Seitenlinie zu verzeichnen. Zwölf Coaches, doppelt so viele wie im Vorjahr, mussten vorzeitig die Bank räumen. Gerade in Berlin gab es einen regelrechten Trainermarkt, vier Rauswürfe (Fuchs, Csernai, Neururer und Heine) erlaubten sich die Verantwortlichen von Hertha BSC.

Aus Revier-Sicht war die Saison zwar kein Höhepunkt, aber das Trio BVB, VfL Bochum und Wattenscheid 09 platzierten sich am Ende in gesicherten Tabellenregionen, so dass zumindest kein Abstieg beklagt werden musste. Im Gegenteil: Mit dem Aufstieg von Schalke 04 und dem MSV Duisburg wuchs die „Revier-Macht“ zu einem Quintett.

Das Revier in der 1. Liga

Zu Beginn der Saison zählten die Dortmunder, neben Dauertitelanwärter Bayern München, Köln und Stuttgart, durchaus zum erweiterten Favoritenkreis. Neuverpflichtungen wie Flemming Povlsen (kam für 4,1 Mio. DM vom PSV Eindhoven), aber auch Thomas Franck (Waldhof Mannheim) und Gerhard Poschner (VfB Stuttgart) gaben den Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden neue Nahrung. Doch die Spielzeit lief nicht nach dem Geschmack der Schwarz-Gelben – Platz zehn in der Endabrechnung, das reichte auch nicht für das internationale Geschäft. Gerade im Westfalenstadion ließ der BVB ungewohnt häufig Federn, ganze vier Heimsiege sprechen für sich. Auf europäischer Ebene lief es auch nicht wie geplant. Der RSC Anderlecht sorgte in der dritten Runde für das Aus im UEFA-Cup.

Spiele und Tore

Thomas Helmer 33/2, Wolfgang de Beer 32/0, Michael Rummenigge 31/8, Michael Zorc 30/5, Flemming Povlsen 30/5, Gerhard Poschner 27/4, Sergej Gorlukowitsch 27/1, Michael Schulz 26/1, Günter Kutowski 25/1, Michael Lusch 22/3, Günter Breitzke 22/3, Thomas Franck 20/0, Jürgen Wegmann 18/6, Peter Quallo 18/0, Martin Driller 17/2, Frank Mill 13/3, Robert Nikolic 13/0, Stefan Strerath 12/1, Steffen Karl 12/0, Murdo MacLeod 7/1, Stefan Klos 2/0, Uwe Grauer 2/0, Dirk Hofmann 1/0, Mario Plechaty 1/0

De Beer

Kutowski Helmer Schulz Gorlukowitsch

Lusch (Franck) Zorc Poschner Rummenigge

Povlsen Breitzke (Wegmann)

Zur Bundesliga-Premiere sollte es für die Wattenscheider auch in Sachen Trikots schon etwas Besonderes sein. So liefen die 09er im ersten Spiel gegen Werder Bremen als „Rosenkavaliere“ ins Stadion ein. Die von Britta Steilmann, Tochter des SGW-Bosses, entworfene „Arbeitskluft“ zierten schwarze und rote Rosen. Offenbar brachten die schmucken Leibchen Glück, das 2:0 brachte den ersten Bundesligasieg. Als auch das zweite Spiel in Uerdingen mit dem gleichen Ergebnis an die Neulinge ging, rieb sich so mancher verwundert die Augen, ob des Traumstartes der Wattenscheider. Die Punktejagd ging natürlich nicht endlos weiter, aber nach dem 34. Spieltag stand ein hervorragender 11. Tabellenplatz und ein fast ausgeglichenes Punktekonto von 33:35. Das Ziel Klassenerhalt wurde also souverän gemeistert.

Spieler und Tore

Frank Hartmann 34/8, Jörg Sobiech 34/0, Souleyman Sane 33/13, Uwe Neuhaus 32/3, Hans-Werner Moser 32/0, Stefan Emmerling 29/0, Uwe Tschiskale 28/6, Thorsten Fink 28/4, Stefan Kuhn 23/2, Dirk Kontny 23/2, Ralf Eilenberger 23/0, Jörg Bach 22/2, Ali Ibrahim 18/1, Thomas Siewert 15/0, Eduard Buckmaier 14/0, Thomas Langbein 12/0, Harald Kohr 11/1, Udo Maier 11/0, Srdjan Jankovic 3/0, Heinz Vossen 2/0, Werner Schmitz 2/0, Robert Trenner 1/0,

Eilenberger

Moser Neuhaus Bach (Kuhn) Sobiech

Emmerling Fink D. Kontny

Hartmann Sane Tschiskale

Zum Saisonstart deutete eigentlich nichts darauf hin, dass die Bochumer wieder in so akute Abstiegsnot geraten könnten wie noch im Vorjahr. Platz drei nach zwei Spieltagen und eine durchaus schlagkräftige Truppe ließen Hoffnungen auf eine ruhigere Spielzeit zu. Aber wie so oft in der Vergangenheit, waren alle Träumereien schnell vergessen, der Alltag holte die Bochumer ein und so fand sich die Mannschaft gegen Ende der Saison auf Platz 14 wieder. Für Zoff sorgte zudem Reinhard Saftig, der (angeblich im Streit über den Verkauf von Torsten Legat) sich frühzeitig mit Reiner Calmund auf einen Vertrag in Leverkusen einigte. Das 2:4 bei Bayer war dann das Aus für den Coach, Werner Altegoer holte in der Not Rolf Schafstall zurück. Nur ein Kraftakt in Düsseldorf, der VfL gewann mit 4:3 nach 0:3-Rückstand, und ein 0:0 in Wattenscheid retteten die Blau-Weißen vor dem Abstieg.

Spieler und Tore

Andreas Wessels 34/0, Torsten Legat 31/7, Frank Heinemann 31/4, Rob Reekers 31/1, Peter Peschel 29/5, Michael Rzehaczek 29/5, Josef Nehl 28/5, Thomas Kempe 27/3, Uwe Wegmann 27/2, Walter Oswald 27/0, Stefan Kohn 26/11, Olaf Dreßel 20/0, Christian Hermann 18/0, Andreas Ridder 18/0, Rocco Milde 17/1, Dirk Helmig 11/3, Peter Zanter 7/0, Michael Hubner 7/0, Elard Ostermann 6/0, Uwe Leifeld 6/0, Frank Benatelli 5/0, Thomas Epp 3/1, Patrick Guillou 1/0

Wessels

Reekers Kempe Oswald (Dreßel)

Heinemann Rzehaczek Nehl Wegmann Legat

Peschel Kohn

Bild 9091