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revierkick

Spielzeit 1991/92

Aufgestockte Liga bietet Spannung bis zur letzten Minute

Nach der deutschen Wiedervereinigung startete die erste Liga zum ersten Mal mit 20 Clubs in die Saison. Nachdem schon einige Spieler aus dem Osten im Fußball-Oberhaus Karriere machten, begann mit der Spielzeit 1991/92 auch für Dynamo Dresden und Hansa Rostock das Abenteuer Bundesliga. Und die Marathonsaison hatte es wahrlich in sich. Erst am letzten Spieltag entschied sich die Meisterfrage. Drei Vereine, Borussia Dortmund, VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt, hatten noch Chancen auf die begehrte Schale. Nur das Torverhältnis trennte sie. Vier Minuten vor Schluss wehten in Dortmund schon die schwarz-gelben Fahnen, bevor Guido Buchwald den VfB an die Spitze köpfte. Die sonst immer im Titelrennen präsenten Stars des FC Bayern München erlebten ihre schlechteste Platzierung seit 1978 – Rang zehn.

Auch im Kampf um die UEFA-Cup-Plätze und im Abstiegsgetümmel blieb es bis zuletzt spannend. Kein Happy-End gab es für den MSV Duisburg. Das mit fünf Teams stark vertretene Revier wurde durch den Abstieg der Zebras geschwächt.

Erfreulich dagegen die enormen Zuschauerzahlen: Über 8,6 Millionen Tickets gingen über die Theke - ein Schnitt von 22.634 pro Spiel. Der Spitzenwert von 1964/65 (27.052) konnte aber dennoch nicht „geknackt“ werden. Ebenso bemerkenswert waren die 76 Feldverweise, die aber durch die Einführung der Gelb-Roten Karte begünstigt waren. Die Schiedsrichter nutzten die Ampelkarte gleich voll aus und zeigten sie insgesamt 40 Mal.

Das Revier in der 1. Liga

Als die Dortmunder Mannschaft nach der Saison von 30.000 begeisterten Anhängern auf dem Friedensplatz euphorisch gefeiert wurde, glich das Spektakel einer grandiosen Meisterfeier. Doch die Borussen mussten sich in einem dramatischen Saisonfinale im Fernduell dem VfB Stuttgart geschlagen geben. Dennoch entfachte der zweite Tabellenplatz und die Vorstellung während der Marathonsaison (38 Spieltage) eine lange nicht mehr da gewesene Begeisterung rund um das Westfalenstadion. Verantwortlich dafür vor allem zwei „Neue“ aus der Schweiz. Ottmar Hitzfeld wechselte von St. Gallen zum BVB und lotste auch den Schweizer Stephane Chapuisat ins Ruhrgebiet. Beide, zunächst kritisch beäugt, erwiesen sich als wahre Volltreffer. Chapuisat avancierte mit 20 Treffern zum zweitbesten Ligatorschützen hinter Stuttgarts Fritz Walter (22). Beeindruckend auch andere Zahlen: 19 Spiele lang blieben die Schwarz-Gelben unbesiegt, knapp 42.000 Fans verfolgen im Schnitt die Heimspiele ihrer Lieblinge.

Spieler und Tore

Flemming Povlsen 38/7, Michael Schulz 38/1, Stephane Chapuisat 37/20, Michael Rummenigge 36/10, Knut Reinhardt 36/3, Michael Lusch 33/2, Günter Kutowski 33/0, Stefan Klos 31/0, Gerhard Poschner 29/3, Thomas Helmer 29/2, Frank Mill 28/4, Steffen Karl 28/1, Thomas Franck 27/1, Michael Zorc 19/6, Bodo Schmidt 13/1, Günter Breitzke 12/1, Wolfgang de Beer 7/0, Sergej Gorlukowitsch 7/0, Peter Quallo 4/0, Uwe Grauer 370, Wolfgang Homberg 1/0, Jürgen Wegmann 1/0

Klos

Kutowski Helmer Schulz Reinhardt

Lusch Poschner (Karl) Rummenigge

Povlsen Chapuisat Mill

Endlich wieder Bundesliga! Die Euphorie um den Wiederaufstieg rund um den FC Schalke kannte keine Grenzen. 47.000 Zuschauer pilgerten im Schnitt ins Parkstadion – Ligaspitze. Die Fans sorgten also für erstklassige Stimmung, Präsident Günter Eichberg versprach sich um erstklassige Spieler zu kümmern. Für 5 Mio. DM wechselte Bent Christensen von Bröndby Kopenhagen nach Schalke. Auch Steffen Freund sollte den Kader verstärken. Die Rolle von Günter Netzer als so genannter Strategie-Berater allerdings blieb vielen ein Rätsel. Sportlich ging es für die Knappen während der Saison auf und ab. Schlecht gestartet, etablierte man sich schnell im Mittelfeld. In der Rückrunde allerdings musste um den Klassenerhalt noch kräftig gezittert werden. Trainer Ristic wird kurz vor Schluss durch Klaus Fischer ersetzt. Die Mannschaft kann sich fangen und landet auf einem sicheren 11. Tabellenplatz.

Spieler und Tore

Jürgen Luginger 38/2, Günter Güttler 37/4, Jens Lehmann 37/0, Ingo Anderbrügge 35/7, Peter Sendscheid 35/7, Steffen Freund 33/1, Alexander Borodjuk 30/5, Egon Flad 27/3, Günter Schlipper 27/2, Bent Christensen 26/6, Hendrik Herzog 25/0, Richard Mademann 23/0, Uwe Leifeld 20/2, Yves Eigenrauch 19/0, Michael Prus 19/0, Radmilo Mihajlovic 16/3, Andreas Müller 12/2, Henning Bürger 5/0, Jürgen Gredig 5/0, Michael Kroninger 5/0, Dietmar Schacht 5/0, Markus Schwiderowski 4/0, Andreas Gaber 3/0, Mark Schierenberg 2/0, Jürgen Welp 1/0, Rainer Borgmeier 1/0

Lehmann

Luginger Herzog (Mademann) Güttler Flad

Freund Borodjuk Schlipper Anderbrügge

Sendscheid Christensen (Leifeld)

Zittern mussten die VfL-Fans in der Vergangenheit ja des Öfteren, das war auch in der Saison 91/92 nicht anders. Mit Neu-Coach Holger Osieck geriet die Mannschaft schnell in untere Tabellenregionen und konnte sich erst auf Grund zu vieler Gegentreffer, dann wegen anhaltender Sturmflaute, nicht aus dem Abstiegskampf befreien. Auch der große Kader (27 Spieler) trug nicht zur Ruhe im Umfeld bei. Die Rettung kam erst nach einem furiosen Schlussspurt und einem Dariusz Wosz, dem im Mittelfeld nun alle Freiheiten eingeräumt wurden. Am Ende bedankte sich Osieck nicht nur bei seinen Spielern, sondern auch bei den treuen Anhängern, „ohne die man es nicht geschafft hätte.“

Spieler und Tore

Heiko Bonan 38/4, Uwe Wegmann 34/11, Frank Heinemann 34/4, Christian Hermann 29/0, Thomas Kempe 28/1, Michael Rzehaczek 28/1, Ralf Zumdick 28/0, Rob Reekers 28/0, Dirk Eitzert 24/0, Rocco Milde 21/2, Olaf Dreßel 21/1, Dirk Helmig 20/2, Thomas Epp 19/2, Frank Benatelli 19/2, Frank Türr 17/2, Jörg Schwanke 16/1, Dariusz Wosz 16/0, Peter Peschel 13/0, Peter Zanter 12/0, Ivo Knoflicek 10/1, Andreas Wessels 10/0, Josef Nehl 5/0, Michael Klauß 3/0, Patrick Guillou 3/0, Dirk Kontny 1/0

Zumdick

Herrmann Kempe Reekers Dreßel Heinemann Rzehaczek Bonan Eitzert (Helmig)

Milde (Epp) Wegmann

Bei der SG Wattenscheid 09 hatte man sich vor der Saison viel vorgenommen. Vom Abstieg war keine Rede, Trainer Hannes Bongartz gab einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel vor. Die zweite Spielzeit nach dem Aufstieg sollte eine weitere Zwischenstation auf dem Weg zur festen Etablierung in der Elite-Klasse werden. Markus Schupp vom 1. FC Kaiserslautern sollte auf der Spielmacherposition für die nötige Klasse sorgen. Doch schon zur Winterpause (Tabellenletzter, 13:25 Punkte) zeigte sich, dass es eine Zitterpartie für die 09er werden würde. Nun war der Klassenerhalt das einzige Ziel der Bongartz-Truppe. Und die SGW legte zu, die Punktgewinne beim Meister VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt setzten sportliche Highlights. Am Ende fanden die Schwarz-Weißen den Weg aus dem dunklen Liga-Keller. Zwar war es knapp, aber durch den 16. Tabellenplatz (32:44 Punkte) war ein weiteres Jahr im Oberhaus garantiert.

Spieler und Tore

Jörg Bach 38/5, Hans-Werner Moser 38/2, Souleyman Sane 37/8, Markus Schupp 37/8, Jörg Sobiech 33/0, Thorsten Fink 32/8, Udo Mai 32/0, Thomas Langbein 30/1, Stefan Emmerling 28/1, Uwe Tschiskale 27/9, Eduard Buckmaier 27/1, Frank Hartmann 23/0, Uwe Neuhaus 17/2, Rene Unglaube 14/1, Dirk Greiser 13/1, Bernhard Winkler 12/0, Ali Ibrahim 11/2, Roger Prinzen 11/1, Ralf Eilenberger 6/0, Stefan Kuhn 5/0, Srdjan Jankovic 3/0, Heinz Vossen 2/0, Andreas Hill 1/0, Andrzej Sidelnikow 1/0

Mai

Langbein Sobiech Moser Bach

Emmerling Fink Schupp Buckmaier (Hartmann)

Sane Tschiskale

Es fing alles so vielversprechend an für den ins Liga-Oberhaus zurückgekehrten MSV Duisburg. Nach der Hinrunde winkten die Zebras vom siebten Tabellenplatz, allerdings war die Nähe der Abstiegsränge bei nur vier Punkten Vorsprung deutlich zu spüren. Für Zoff sorgten aber nicht nur sportliche Misserfolge. Interne Streitigkeiten und Querelen sorgten für schlechte Stimmung. Negativer Höhepunkt war die Affäre um Patrick Notthoff und der Ehefrau von Dirk Bremser. Und auch auf dem Platz lief es nicht mehr rund: Zu viele Punktverluste ließen den MSV schnell abrutschen, auch ein Trainerwechsel brachte nicht den erhofften Erfolg. Willibert Kremer trat zurück, Uwe Reinders übernahm den Platz auf der Bank. Doch die Talfahrt konnte auch Reinders nicht stoppen: Zum Saisonfinale unterlag man dem Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund und musste der bitteren Tatsache ins Auge schauen: Der MSV war direkt wieder abgestiegen.

Spieler und Tore

Patrick Notthoff 38/4, Andreas Gielchen 38/0, Wladimir Ljuty 36/6, Lothar Woelk 35/4, Franz-Josef Steininger 35/2, Michael Tarnat 34/0, Michael Tönnies 33/13, Alfred Nijhuis 33/5, Ewald Lienen 29/1, Heribert Macherey 28/0, Dirk Bremser 27/1, Michael Struckmann 24/3, Toni Puszamszies 23/1, Rachid Azzouzi 17/0, Ferenc Schmidt 15/0, Uwe Kober 12/1, Wolfgang Kellner 10/0, Niels Schlotterbeck 6/0, Joachim Hopp 5/1, Manfred Tebeck 2/0, Alexander Bontchev 2/0

Macherey

Nijhuis Notthoff Gielchen Tarnat

Woelk Steininger Lienen Bremser (Struckmann)

Ljuty Tönnies

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