Impressum | Kontakt

revierkick

Spielzeit 1993/94

Eintracht „Zankfurt“ brach auseinander

Sie sahen zu Weihnachten aus wie der sichere Meister. Die Frankfurter Eintracht faszinierte mit einer neuen Spielkultur, die, gepaart aus Witz und Entschlossenheit, zum einen schönen, aber auch erfolgreichen Fußball bot. Das Trio Bein-Gaudino-Yeboah gehörte zum Feinsten, was die Liga seit langem zu bieten hatte. Doch in der Rückrunde brach das schöne Gebilde zusammen wie ein Kartenhaus. Pausenloses Gerangel hinter den Kulissen eskalierte im Rausschmiss von Trainer Toppmöller und Keeper Stein. Die Folge: Eine Niederlagenserie und am Ende ein restlos enttäuschender fünfter Platz.

So machten dann doch einmal mehr die Bayern das Rennen, obwohl auch die nicht ohne handfesten Hauskrach auskamen. Erich Ribbeck musste zur Winterpause gehen, der „Kaiser“ persönlich übernahm das Team und erwies sich einmal mehr als „Franz im Glück“. Seine Autorität verhalf dem Star-Ensemble zu neuer Stabilität, und wenn auch die Verfolger Lautern und Leverkusen bis zum Schluss auf einen Ausrutscher lauerten – die Bayern machten das Rennen. Aber auch das Kuriosum der Saison ging auf die Kappe des Rekordmeisters: Thomas Helmer, im Revier kein Unbekannter, bugsierte im Spiel gegen den 1.FC Nürnberg einen Ball neben das Tor. Der Linienrichter entschied jedoch zum Erstaunen aller auf Tor, was ein Wiederholungsspiel zur Folge hatte.

Zum dritten Mal strebte die Liga neuen Zuschauer-Bestmarken entgegen. Mehr als 26.000 Fans strömten pro Spiel in die Arena, dementierten die laut diskutierte These, dass die Flut der Fernsehübertragungen aus fitten Fans träge Sesselsportler mache.

Das Revier in der 1. Liga

Nach Sammer und Reuter wurde mit Kalle Riedle bereits der dritte „Italiener“ verpflichtet. Er kam für die neue Bundesliga-Rekordsumme von 9,5 Millionen an den Borsigplatz. Und auch Steffen Freund, der von Schalke kam, war nicht gerade billig. Zunächst wurde Riedle allerdings als „gigantischer Fehleinkauf“ angesehen. Doch das war nur eines der neuen vorschnellen Bilder, die die neuen Medien den Fans Woche für Woche lieferten. Dazu pfiff der mediale Wind dem BVB weiter ins Gesicht. Die „Millionärstruppe“ wurde erst zum Mitfavorit gestempelt und nach einigen schlechten Spielen in genau dieser Rolle „in der Luft zerrissen“. Damit kam das Team nicht klar und blieb über die gesamte Saison weit unter ihren Möglichkeiten. Nur durch eine ordentliche Schluss-Bilanz kam es am Ende zum vierten Platz, der aber eigentlich niemanden wirklich zufrieden stellte.

Spiele und Tore

Stefan Klos 34/0, Stephane Chapuisat 30/17, Michael Zorc 29/7, Gerhard Poschner 29/5, Mathias Sammer 29/4, Michael Schulz 27/2, Bodo Schmidt 27/0, Knut Reinhardt 25/0, Flemming Povlsen 24/0, Karl-Heinz Riedle 22/4, Günter Kutowski 21/0, Stefan Reuter 21/0, Lothar Sippel 19/3, Steffen Freund 19/0, Ned Zelic 18/1, Thomas Franck 18/1, Steffen Karl 13/1, Frank Mill 12/0, Leonardo Rogriguez 6/0, Lars Ricken 5/1, Uwe Grauer 5/0, Michael Rummenigge 3/1,

Klos

Kutowski Sammer Schmidt (Reuter) Schulz

Zorc Poschner Reinhardt

Chapuisat Riedle Povlsen

Coach Ewald Lienen wusste, dass es nach dem Aufstieg allein um den Klassenerhalt gehen würde und der nur über eine bestens organisierte Abwehr hergestellt werden konnte. Die Neulinge Hopp und Wohlert passten genau in diese taktische Marschroute. Vor allem Joachim Hopp wurde als weiter praktizierender Stahlkocher zur Identifikation mit den Fans schlechthin. Die hatten in dieser Saison ohnehin Grund, auf ihre Zebras stolz zu sein. Nach zehn Spielen immer noch ungeschlagen, wurde das alles noch dadurch getoppt, dass man nach der Winterpause plötzlich sogar mit einem negativen Torverhältnis (!) auf Platz eins in der Bundesliga stand. Zwar dauerte dieser Spaß nur eine Woche und danach ging es auch wieder kontinuierlich bergab. Aber mit den Abstiegsplätzen hatten die Duisburger während der ganzen, gelungenen Saison nichts zu tun.

Spiele und Tore

Franz-Josef Steininger 31/2, Thorsten Wohlert 31/2, Peter Közle 30/13, Uwe Weidemann 30/9, Jürgen Rollmann 29/0, Oliver Westerbeek 28/1, Alfred Nijhuis 28/0, Stefan Böger 27/1, Hannes Reinmayr 26/3, Michael Tarnat 24/1, Ferenc Schmidt 23/3, Michael Preetz 23/2, Rachid Azzouzi 23/0, Joachim Hopp 20/0, Patrick Notthoff 18/1, Alois Schwarz 17/1, Ivica Vastic 10/0, Murat Jasarevic 6/1, Zoran Zeljko 6/0, Michael Struckmann 3/0, Manfred Tebek 3/0, Peter Ogaba 2/0, Jan-Ivar Jakobsen 2/0, Roland Seitz 1/0

Rollmann

Böger Wohlert Nijhuis Tarnat (Hopp)

Steininger Westerbeek Reinmayr (Azzouzi) Weidemann

Schmidt (Preetz) Közle

Die wirtschaftliche Lage spitzt sich zu. Präsident Eichberg wird nicht nur vom SPIEGEL als Hasardeur und Bankrotteur entlarvt. Er hinterlässt in Schalke nach seinem Rücktritt einen totalen Scherbenhaufen. Ausgerechnet Rudi Assauer soll nun helfen. Er, der Jahre zuvor mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden war. Auch sportlich stehen die Zeichen auf Abstieg. Doch Rudi Assauer und seinen Mitstreitern gelingt es, mit einem Kraftakt die finanzielle Konsolidierung einzuleiten. Und unter dem neuen Coach Jörg Berger wird dank einer großartigen Erfolgsserie im zweiten Liga-Durchgang noch der Klassenerhalt geschafft. Die beste Nachricht kam zum Saisonende: Die Lizenz war da, Schalke kann weiter in der Bundesliga mitmachen.

Spiele und Tore

Ingo Anderbrügge 34/9, Jiri Nemec 33/0, Youri Mulder 32/8, Thomas Linke 31/4, Michael Büskens 31/1, Jürgen Luginger 27/2, Andreas Müller 27/1, Michael Prus 25/0, Yves Eigenrauch 25/0, Uwe Scherr 22/2, Dieter Eckstein 21/4, Jens Lehmann 21/0, Peter Sendscheid 19/5, Günther Güttler 18/0, Hendrik Herzog 15/1, Holger Gehrke 14/0, Mark Schierenberg 10/0, Alexander Borodjuk 9/1, Chad Deering 6/0, Marinus Bester 5/0, Fabian Komljenovic 2/0, Antoine Hey 2/0, Rainer Borgmeier 1/0, Miguel Pereira 1/0, Sergej Dikhtiar 1/0,

Lehmann (Gehrke)

Prus (Eigenrauch) Luginger Linke Büskens

Scherr Müller Nemec Anderbrügge

Mulder Sendscheid (Eckstein)

Erstmals spielt die Bundesliga auch am Sonntag. Doch die SG sollte zukünftig weder am Freitag, Samstag oder Sonntag in der Bundesliga spielen. Vier Jahre Erstklassigkeit bedeuteten für den kleinen Klub von der Lohrheide ein großes Erlebnis. Wie oft hatten sie den Großen der Branche die Stirn geboten, mitreissenden Fußball gespielt, dem ewigen Gleichnis vom Kampf Daviths gegen Goliath neue Nahrung gegeben. Doch nun war Schicht am Schacht. Nach einem glanzvollen 3:0-Sieg gegen den Nachbarn Schalke 04 zum Start und einem imponierenden 3:3 bei den Bayern, landeten sie am 11. Spieltag bereits auf einem Abstiegsplatz, der nicht mehr verlassen werden konnte. Größtes Manko in diesem Jahr: Die Abwehr. Vor allem auf der Torwartposition, wo drei Keeper verschlissen wurden, kam es nie zu einer befriedigenden Lösung.

Spiele und Tore

Thorsten Fink 33/5, Stefan Emmerling 33/1, Marek Lesniak 31/13, Carsten Wolters 31/2, Jörg Bach 31/2, Alexander Löbe 29/2, Stefan Studer 26/0, Hans-Werner Moser 24/0, Souleyman Sane 21/13, Uwe Neuhaus 21/1, Karel Kula 20/0, Roger Prinzen 19/2, Eduard Buckmaier 19/1, Günter Herrmann 14/0, Ralf Eilenberger 13/0, Ivica Jozic 12/4, Udo Mai 11/0, Andre Alter 10/0, Thomas Ridder 7/1, Ali Ibrahim 5/0, Karsten Hutwelker 5/0, Olaf Skok 4/0, Guido Silberbach 3/0, Uwe Tschiskale 3/0, Thomas Audehm 1/0, Thorsten Daniel 1/0

Eilenberger (Mai)

Moser Bach Neuhaus Studer

Wolters Emmerling Fink

Lesniak Löbe Sane (Kula)

Bild9394