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revierkick

Spielzeit 1994/95

BVB: Erster Titel nach 32 Jahren

Endlich, 32 Jahre nach Gründung der Bundesliga, kam die Schale zum ersten Mal ins Revier. Borussia Dortmund hatte sich mit hochkarätigem Angriffsfußball gleich zum Liga-Auftakt an die Tabellenspitze gesetzt, geben sie zunächst nur kurzzeitig an Werder Bremen ab, stürmen ansonsten aber dem fünften Meistertitel entgegen. Großes Verletzungspech, vor allem im Angriff, scheint am 29. Spieltag die Titel-Träume zu zerstäuben. Werder Bremen hat nun bis zum vorletzten Spieltag als Erster mit einem Punkt Vorsprung die besseren Karten. Doch Bremens Niederlage in München, bei gleichzeitigem BVB-Heimsieg gegen den HSV im Westfalenstadion, versetzt Hunderttausende Fans im Revier in einen exzessiven Jubelzustand.

Allerdings gab es auch viel Trauer im Westen. Sowohl der MSV Duisburg als auch der VfL Bochum mussten den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Und im Osten, bei Dynamo Dresden, gingen die Lichter ganz aus, weil verantwortungsloses Wirtschaften letztlich die Lizenz kostete.

Das Kontrastprogramm lief im Schwarzwald. Blitzsauber geführt, stürmte der SC Freiburg mit viel Angriffsschwung auf Platz drei und in den UEFA-Cup. Die Finke-Schützlinge wurden landauf, landab als „Breisgau-Brasilianer“ gefeiert. Und der FC Bayern? Mit einer einmal mehr enorm verstärkten Mannschaft und dem neuen italienischen Trainer Trapattoni reichte es nur zu einem sechsten Platz. Zu wenig für die erfolgsverwöhnten Bajuwaren.

Das Revier in der 1. Liga

32 Jahre hatten sie im Westfalenstadion auf einen Meistertitel warten müssen. Nun endlich wurden schwarz-gelbe Träume wahr, wobei es nach einem spannenden Saisonverlauf zu einem geradezu dramatischen Finale kam mit dem besseren Ende für den BVB im Zweikampf mit Werder Bremen. Und ausgerechnet zwei ungeliebte Rivalen halfen den Dortmundern dabei. Zum einen Nachbar Schalke 04, der am 32. Spieltag den SV Werder mit 4:2 besiegt hatte. Und dann die Bayern, die Bremen am letzten Spieltag im Olympiastadion mit 3:1 besiegten. Diese Schützenhilfe war nötig, denn das Verletzungspech beutelte die Borussia heftig. Am Ende lief ein Notsturm mit den Youngster Tanko und Ricken auf, weil die etatmäßigen Spitzen Riedle und Chapuisat schwer verletzt ausgefallen waren. Um so größer war am Ende der Jubel. Eine Stadt lag nach 32 Jahren wieder im kollektiven Jubel-Taumel.

Spiele und Tore

Stefan Klos 34/0, Michael Zorc 33/15, Stefan Reuter 33/4, Andreas Möller 30/14, Bodo Schmidt 30/0, Karl-Heinz Riedle 29/6, Mathias Sammer 28/4, Steffen Freund 28/2, Knut Reinhardt 27/0, Julio Cesar 25/1, Martin Kree 24/1, Lars Ricken 21/2, Stephane Chapuisat 20/12, Rene Tretschok 15/3, Thomas Franck 15/1, Ibrahim Tanko 14/1, Marc Arnold 9/0, Günter Kutowski 8/0, Flemming Povlsen 6/1, Ned Zelic 4/0, Marco Kurz 4/0, Yahaya Mallam 2/0, Frank Riethmann 1/0

Klos

Reuter Cesar (Schmidt) Sammer Reinhardt (Kree)

Freund Zorc Möller Ricken

Riedle Chapuisat

Nach dem Sonnenkönig (Eichberg) und dem Kotelett-Kaiser (Tönnies) drohten in Gelsenkirchen im Kampf um die Macht im Verein mal wieder die so genannten Schalker Verhältnisse. Entgegen den Planungen von Manager Rudi Assauer machte Helmut Kremers das Rennen um das höchste Vereinsamt. Er hatte die mal wieder emotional aufgeheizte Mitgliederschaft mit einer programmatisch leicht verkürzten Rede auf seine Seite gebracht: „Gegen Dortmund mussten wir uns früher doch nich mal umziehen.“ Doch bald musste auch Helmut Kremers sich wieder anziehen und gehen. So ging diese für Schalke sportlich ereignisarme Spielzeit doch in die Klub-Analen als das Jahr ein, als Rudi Assauer endgültig die Macht im „Staate Schalke“ übernahm.

Spiele und Tore

Jens Lehmann 34/1, Michael Büskens 33/2, Jiri Nemec 33/2, Radoslav Latal 32/7, Yves Eigenrauch 32/1, Thomas Linke 31/2, Andreas Müller 29/6, Youri Mulder 29/4, Hendrik Herzog 28/8, Uwe Scherr 28/0, Ingo Anderbrügge 27/6, Olaf Thon 26/1, Wladimir Ksienzyk 19/0, Michael Prus 15/0, Stefan Kohn 12/5, Sergej Dikthiar 11/2, Dieter Eckstein 9/0, Peter Sendscheid 3/0, Mark Schierenberg 3/0, Miguel Pereira 2/1, Kai Bruckmann 1/0, Til Bettenstedt 1/0

Lehmann

Eigenrauch Linke Herzog Büskens

Scherr Thon Müller (Anderbrügge) Nemec

Latal Mulder

Nach dem direkten Aufstieg erlebten die gefrusteten Fans gleich wieder den direkten Abstieg. Dabei waren sie in der Uni-Stadt mit so vielen Erwartungen in die Saison gegangen. Unter anderem, weil US-Boy Eric Wynalda direkt von der WM in Amerika nach Bochum kam. Als gefährlicher Stürmer (the shark) hatte er sich bereits einen Namen in Saarbrücken gemacht. Doch er wurde nur zum „Goldfisch“, weil ihn ständig Verletzungen plagten. Noch größer wurde der Flop mit Roland Wohlfarth. Dem mehrfachen Torschützenkönig der Bundesliga in Bayern-Diensten missriet sein „Comeback“ in Bochum gründlich. Weil er zum Zwecke der Erschlankung zu einem Mittelchen griff, das auf der Dopingliste stand, wurde er bei einem Hallenturnier (!) positiv getestet und für drei Monate gesperrt.

Spiele und Tore

Andreas Wessels 34/0, Uwe Wegmann 33/11, Dariusz Wosz 32/2, Michael Frontzeck 28/2, Tomasz Waldoch 25/4, Uwe Stöver 25/0, Kai Michalke 24/2, Peter Peschel 23/4, Christian Herrmann 22/1, Eric Wynalda 22/0, Max Eberl 21/0, Thordur Gudjonsson 16/3, Sven Christians 15/0, Jörg Schwanke 15/0, Markus van Ahlen 14/1, Frank Heinemann 13/2, Michael Hubner 13/1, Roland Wohlfarth 11/0, Rob Reekers 11/0, Uwe Schneider 11/0, Hendryk Baluszynski 10/4, Paolo da Palma 10/1, Holger Aden 4/4, Robert Matiebel 4/0, Andreas Wieczorek 1/0

Wessels

Stöver (Eberl) Herrmann Waldoch Frontzeck

Gudjonsson (Christians) Schwanke Wosz Wegmann

Peschel Michalke (Wynalda)

Erneut hatte es am Ende die „Zebras“ erwischt. Dabei hatte die „graue Maus“ doch endlich auch mal für positive Schlagzeilen vor der Saison gesorgt, denn ausgerechnet der MSV hatte sich die Dienste zweier WM-Stars gesichert: Schwedens Roger Ljung und der Nigerianer Amunike unterschrieben schon vor dem Welt-Turnier rechtsgültige Verträge beim Armenhaus der Liga. Und Präsident Dieter Fischdick war darauf sehr stolz. Doch leider blieb alles nur ein Traum. Amunike sah nie die Wedau, wechselte zu Benfica Lissabon, das immerhin eine Abstandssumme überwies. Und Roger Ljung erfüllte nie die Erwartungen. Ging nach einem Jahr schon wieder weg. Arme Duisburger – wie gewonnen, so zerronnen.

Spiele und Tore

Joachim Hopp 33/3, Oliver Westerbeek 31/1, Uwe Weidemann 30/2, Stefan Böger 30/1, Alfred Nijhuis 28/2, Holger Gehrke 28/0, Rachid Azzouzi 24/3, Rainer Schütterle 24/2, Peter Közle 21/4, Franz-Josef Steininger 21/0, Igor Schalimov 21/0, Markus Osthoff 20/2, Mario Krohm 20/1, Alois Schwartz 17/0, Thorsten Wohlert 16/1, Ferenc Schmidt 13/1, Roger Ljung 13/0, Murat Jasarevic 11/0, Alexander Löbe 10/3, Marcus Reiter 9/0, Thomas Puschmann 7/2, Marcus Marin 5/3, Martin Pickenhagen 4/0, Jürgen Rollmann 4/0, Javier Lopez 1/0

Gehrke

Böger Westerbeek Nijhuis Hopp

Azzouzi Steininger Schütterle Weidemann

Közle (Krohm) Schalimov (Osthoff)

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