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revierkick

Spielzeit 1995/96

Freudenfeste im Revier

Kurios: Ausgerechnet als die Anzahl der Reviervereine in der Bundesliga auf dem historischen Tiefstand von zwei angekommen ist, werden im Revier die größten Fußballerfolge gefeiert. Borussia Dortmund kann die Meisterschaft verteidigen. Schalke 04 qualifiziert sich für den UEFA-Cup. Zusätzlich sind beide Ereignisse noch auf wundersame Weise miteinander verknüpft und sorgen so am 33. Spieltag für eine wahre Freudenorgie im Ruhrgebiet. Was ist passiert? Eine Woche vor Liga-Toresschluss muss Dortmund bei 1860 München antreten, die Bayern sind im Parkstadion zu Gast. Bei ungünstigem Verlauf aus Sicht des BVB wäre der Titelkampf noch einmal völlig offen gewesen. Aber der Meister gewinnt klar mit 2:0 an der Isar. Und die Bayern stolpern gegen eine kämpferisch überragende Schalker Mannschaft, die mit dem Schlusspfiff 2:1 gewinnt. Mit dem Tor durch Andy Müller ist die Meisterschaft entschieden und Schalke als sensationeller Tabellen-Dritter für den UEFA-Cup qualifiziert. Und weil zugleich der MSV Duisburg und der VfL Bochum direkt die Rückkehr in die erste Liga schaffen, schwebte das ganze Fußball-Revier auf Wolke sieben.

Da sieht es im Süden der Republik anders aus. Trauer vor allem in Kaiserslautern. Das Gründungsmitglied der Bundesliga muss erstmals absteigen. Ebenso geht es der Frankfurter Eintracht, die ebenfalls in jedem Jahr seit Gründung der Eliteklasse präsent waren. Nun müssen sie den bitteren Gang in die ZweitklaSsigkeit antreten.

Das Revier in der 1. Liga

Sie standen zum zweiten Mal hintereinander auf dem Bundesliga-Treppchen ganz oben. Nachdem im letzten Jahr Werder Bremen auf Distanz gehalten wurde, hatten diesmal die Münchener Bayern das Nachsehen. Borussia Dortmund hatte sich zur Nummer eins in Deutschland gemausert. Doch die Freude darüber war nicht ganz so ungetrübt wie im letzten Jahr. Spürbar waren Dissonanzen zwischen Mannschaft und Trainer. Phasenweise quälte sich der BVB mit spielerisch armen Darbietungen nur dank Routine und überragender Einzelkönner über die Runden. Dazu Ärger mit Cesar, Unruhe um Kapitän Zorc, Spekulationen über einen Wechsel von Sammer zu den Bayern. Auf die Schale fielen diesmal einige Schatten.

Spiele und Tore

Stefan Klos 33/0, Michael Zorc 30/15, Steffen Freund 30/2, Jürgen Kohler 29/5, Patrick Berger 27/4, Stefan Reuter 26/6, Lars Ricken 26/6, Andreas Möller 23/8, Julio Cesar 23/2, Martin Kree 23/0, Matthias Sammer 22/3, Rene Tretschok 20/2, Knut Reinhardt 20/0, Karlheinz Riedle 18/7, Ruben Sosa 17/3, Stephane Chapuisat 17/3, Jörg Heinrich 17/2, Bodo Schmidt 17/0, Heiko Herrlich 16/6, Carsten Wolters 11/1, Lars Müller 5/0, Thomas Franck 5/0, Günter Kutowski 3/0, Ibrahim Tanko 3/0, Yahaya Mallam 1/0, Wolfgang de Beer 1/0

Klos

Reuter Kohler (Cesar) Sammer Kree (Reinhardt)

Freund Zorc Berger Möller

Ricken (Herrlich) Riedle (Chapuisat)

Schalke kehrt zurück auf die internationale Fußballbühne. Und als Regisseur des Erfolgsstücks wird Trainer Jörg Berger enthusiastisch gefeiert. Am 33. Spieltag macht Schalke die Qualifikation für den UEFA-Cup endgültig perfekt. Ausgerechnet gegen den FC Bayern reicht der 2:1-Sieg im Parkstadion, der zugleich den Rivalen Borussia Dortmund abermals zum Deutschen Meister macht. Ein kollektiver Jubel im Westfalenland, der das Revier endgültig zur (Fußball)-Hauptstadt der Bundesrepublik werden lässt. Für Schalke bedeutet die Rückkehr in die Spitzengruppe des deutschen Fußballs eine Zeitenwende. Aus der Fahrstuhlmannschaft der achtziger Jahre ist wieder eine erste Adresse geworden.

Spiele und Tore

Yves Eigenrauch 34/0, Youri Mulder 33/10, Martin Max 32/11, Radoslav Latal 32/1, Jens Lehmann 32/0, Olaf Thon 30/3, Andreas Müller 28/1, Jiri Nemec 28/0, Ingo Anderbrügge 27/9, Thomas Linke 27/3, Michael Büskens 27/2, Marco Kurz 27/0, Thomas Dooley 20/1, Oliver Held 18/0, David Wagner 16/2, Uwe Weidemann 13/1, Uwe Scherr 13/0, Michael Prus 13/0, Frank Schön 9/0, Waldemar Ksienczyk 6/1, Jörg Albracht 2/0, Sergej Dikhtiar 1/0

Lehmann

Eigenrauch Thon Linke (Kurz) Büskens

Latal Müller Nemec Anderbrügge

Mulder Max

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