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revierkick

Spielzeit 1996/97

Der Pott als Nabel der Fußballwelt

Wieder sind die Bayern am Ende vorne. Zum 14. Mal in ihrer Vereinsgeschichte. Das Team von Giovanni Trapattoni triumphierte nach einer Saison, in der es oft nicht danach aussah. Denn steter Krach hinter den Kulissen, oft initiiert durch die verfeindeten Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann, ließ phasenweise den ruhmreichen Klub von der Isar zum „FC Hollywood“ degenerieren. Um so größer war der Jubel am letzten Spieltag, als es dann doch gelungen war, den größten Widersacher Bayer Leverkusen auf Distanz zu halten.

Doch das Herz des Fußballs schlug am Ende wieder mal im Revier. Außenseiter Schalke 04 gewinnt in einem Triumphzug der besonderen Art – Malocher schlagen Künstler – den UEFA-Cup gegen den haushohen Favoriten Inter Mailand. Schon das Erreichen des Finales glich einem tollkühnen Ritt über fünf Hindernisse und ließ die Königsblauen die Herzen der Fußballfans im Sturm erobern.

Doch der ewige westfälische Rivale Borussia Dortmund setzte eine Woche nach dem blau-weißen „Sieg des Jahrhunderts“ noch einen drauf. Juventus Turin wird im Champions-League-Finale in München mit 3:1 bezwungen – der nächste Pott ist im „Pott“.

Da passt es ins Bild, dass die zwei anderen Erstligisten aus dem Ruhrgebiet ebenfalls eine prima Saison spielen. Beide erreichen als Aufsteiger einstellige Tabellenplätze, der VfL Bochum qualifiziert sich als Fünfter gar für den UEFA-Cup.

Tristesse dagegen in Düsseldorf, Freiburg und auf St. Pauli. Vor allem auf der Reeperbahn schmerzt der abermalige Abstieg. Und auch die Liga weint ihrem Freudenhaus mehr als eine Träne nach.

Das Revier in der 1. Liga

Der BVB auf dem Gipfel! Mehr geht im europäischen Fußball nicht als der Gewinn der Champions-League. Mit dem 3:1-Sieg gegen Juventus Turin im Münchener Olympiastadion übernahmen die Gelb-Schwarzen sogar die „Fußballmacht“ in Deutschland vor dem FC Bayern. Auch in der Bundesliga konnte das Team, trotz der europäischen Super-Belastung, mit dem dritten Platz die Erwartungen weitgehend erfüllen. Präsident Dr. Niebaum konnte dieses Jahr nur mit Superlativen zusammen fassen: „Wir konnten traumhafte Erfolge feiern, sind jetzt der populärste und erfolgreichste Verein der neunziger Jahre. Borussia hat ein modernes Fußballmärchen geschrieben.“

Spiele und Tore

Stefan Klos 34/0, Jörg Heinrich 33/4, Paul Lambert 31/1, Stephane Chapuisat 30/13, Michael Zorc 30/7, Jürgen Kohler 30/2, Stefan Reuter 27/1, Andreas Möller 26/5, Heiko Herrlich 23/8, Lars Ricken 23/2, Rene Tretschok 22/3, Martin Kree 21/0, Karl Heinz Riedle 18/7, Knut Reinhardt 18/1, Matthias Sammer 16/0, Wolfgang Feiersinger 16/0, Ibrahim Tanko 13/2, Wladimir Butt 11/1, Paulo Sousa 11/1, Julio Cesar 10/3, Jovan Kirovski 7/1, Steinar Pedersen 3/0, Frank Riethmann 3/0, Christian Timm 3/0, Rene Schneider 3/0, Steffen Freund 2/0, Yahaya Mallam 2/0, Lars Müller 1/0, Wolfgang de Beer 1/0, Carsten Wolters 1/0

Klos

Reuter Kohler Sammer (Kree) Heinrich (Tretschok)

Lambert Zorc Möller Ricken

Chapuisat Herrlich (Riedle)

Was für eine Rückkehr in die Bundesliga! Nach dem souveränen direkten Wiederaufstieg spielte der VfL eine glanzvolle Saison und konnte am Ende die beste Platzierung in seiner Bundesliga-Geschichte vorweisen. Platz fünf bedeutete auch das Ticket für die Teilnahme am UEFA-Cup, und das feierten die Fans in der Grönemeyerstadt ausgiebig. Architekt des „neuen VfL“ war Klaus Toppmöller, der auch bei den Neuzugängen ein glückliches Händchen bewies. Schon am zweiten Spieltag, beim 1:1 gegen die Münchener Bayern, deutete der VfL an, was er in dieser Spielzeit, die auch einen neuen Zuschauerrekord im Ruhrstadion brachte, zu leisten vermag. Und am vorletzten Spieltag (6:0 gegen St. Pauli) versank alles in blau-weißem Jubel.

Spiele und Tore

Thomas Reis 34/2, Uwe Gospodarek 33/0, Dariusz Wosz 32/9, Georgi Donkov 30/10, Thomas Stickroth 30/3, Torsten Kracht 29/2, Matthias Jack 29/1, Tomasz Waldoch 29/1, Peter Közle 28/6, Kai Michalke 25/4, Olaf Schreiber 24/1, Henryk Baluszynski 23/1, Zoran Mamic 23/1, Peter Peschel 22/5, Filip Tapalovic 20/0, Karsten Hutwelker 15/2, Thordur Gudjonsson 13/1, Nesat Gülünoglu 11/3, Danny Winkler 6/0, Max Eberl 6/0, Roland Wohlfarth 5/0, Frank Fahrenhorst 4/0, Delron Buckley 2/0, Thomas Ernst 1/0

Gospodarek

Stickroth Kracht Waldoch Reis (Jack)

Schreiber Wosz Mamic Közle

Donkov (Peschel) Michalke (Baluszynski)

Publikumslieblinge gab es im MSV-Team dieser erfolgreichen Saison zuhauf. Abwehrrecke Nijhuis, der neue Torwart Gill, Torjäger Salou oder kleine Kämpfer Osthoff. Alle trugen ihren Teil dazu bei, dass die Zebras nach mehr als schlechtem Start noch die Kurve bekamen und am Ende einen beachtlichen neunten Platz einnahmen. Größten Anteil an dieser überraschenden Platzierung hatte vor allem auch Trainer Friedhelm Funkel als nimmermüder Motivator. Vor allem auswärts konnte der MSV manchem Favoriten das Fürchten lernen. Doch überschattet wurde diese ganze Saison vom plötzlichen Tod des Präsidenten Dieter Fischdick. Mit ihm ging eine Ära zu Ende, die den schmalen Grat zwischen totaler Kommerzialisierung des Fußballs und familiärer Vereinsführung versuchte. Dieter Fischdick, der während einer Pressekonferenz tot zusammenbrach, gehört zu den ganz großen Funktionären des Revier-Fußballs.

Spiele und Tore

Michael Zeyer 34/4, Alfred Nijhuis 32/4, Stefan Emmerling 32/2, Bachirou Salou 30/8, Markus Osthoff 29/3, Thomas Puschmann 28/1, Dietmar Hirsch 27/2, Thorsten Wohlert 27/2, Marcus Marin 26/8, Thomas Gill 26/0, Carsten Wolters 25/2, Joachim Hopp 22/0, Markus Reiter 19/0, Thomas Vana 17/2, Horst Steffen 17/1, Oliver Westerbeek 15/1, Niklas Skoog 14/2, Miroslav Bicancic 14/1, Holger Gehrke 8/0, Dirk Anders 6/0, Tomislav Erceg 5/0, Alexander Löbe 4/0, Marc Kienle 4/0, Thorsten Albustin 1/0

Gill

Wolters Nijhuis Wohlert Hirsch

Emmerling Zeyer Puschmann (Hopp)

Salou Osthoff Marin

Wer will in diesem Jahr etwas über die Bundesliga wissen, wo Schalke doch seinen größten internationalen Erfolg feiert? Der Gewinn des UEFA-Cups im Mailänder Giuseppe Meazza-Stadion geht in den Legenden-Schatz, nicht nur der Schalker, ein. Gewonnen mit einem Team der Namenlosen, mit Kämpfern und „elf Freunden“, die sich gegen die ganz Großen des internationalen Fußballs Runde für Runde durchkämpften. Die Namen der Schalker UEFA-Cup-Helden werden zukünftig in den blau-weißen Geschichtsbüchern in goldenen Lettern geschrieben. Das Team von Huub Stevens scharte auf den sechs Stationen bis zum UEFA-Cup-Sieg die ganze deutsche Fanschaft hinter sich, die die Dramen gegen Kerkrade, Trabzonspor, Brügge, Valencia, Teneriffa und Mailand in vielfacher Millionenstärke am TV erlebte. Mit einem Schlag war Schalke 04 endlich, auch international, eine erste Fußballadresse.

Spiele und Tore

Jens Lehmann 34/0, Olaf Thon 33/2, Martin Max 30/12, Thomas Linke 30/1, Jiri Nemec 30/0, Radoslav Latal 29/2, Michael Büskens 29/1, Ingo Anderbrügge 28/3, Johan de Kock 28/1, Andreas Müller 28/0, Yves Eigenrauch 26/1, Youri Mulder 19/3, Marco Kurz 17/0, Marco van Hoogdalem 17/0, Oliver Held 14/0, Thomas Dooley 8/2, Uwe Weidemann 6/0, Frank Schön 3/0, Mike Möllensiep 2/0, Matthias Schober 1/0, Michael Prus 1/0, Arnold Dybek 1/0, Miguel Pereira 1/0, Uwe Scherr 1/0, Ralf Regenbogen 1/0

Lehmann

Linke Thon de Kock (Eigenrauch)

Latal Nemec Müller Anderbrügge Büskens

Max Mulder (v. Hoogdalem)

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