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revierkick

Spielzeit 1997/98

Teufel im siebten Himmel

Die Suche nach Superlativen nahm kein Ende. Vergeblich suchten Heerscharen von Medienvertretern nach Parallelen für das, was in dieser Spielzeit passiert war. Ein Aufsteiger hatte vom vierten Spieltag an die Tabellenführung übernommen und sie bis zum Ende verteidigt. Wütend war der FC Bayern gegen die Sensationsmannschaft vom 1.FC Kaiserslautern bis zum Ende angerannt. Jeder Psycho-Trick war Uli Hoeness recht, um die Teufel vielleicht noch vom Platz an der Sonne zu verdrängen. Es war ihnen nicht gelungen. Und einer wurde zum neuen König der Pfalz ernannt: Otto Rehhagel hatte erneut mit einer eher unscheinbaren Mannschaft der Namenlosen, wie seinerzeit in Bremen, ein kleines Fußballwunder bewirkt.

Weil auch der Abstiegskampf und das Rennen um die UEFA-Cup-Plätze ungemein spannend verlief, stellte diese 35. Bundesliga-Saison so manchen Rekord auf. Zum Beispiel den, dass mit zehn Millionen Besuchern eine Schallmauer durchbrochen wurde.

Gladbach schaffte in letzter Sekunde noch die Rettung, dafür biss der Karlsruher SC nach einem 2:4 in Rostock ins Gras. Recht gefasst nahm der 1.FC Köln den Abstieg auf, er hatte sich seit Wochen abgezeichnet. So musste sich abermals ein Gründungsmitglied aus der Top-Liga verabschieden. Beim Gerangel um die UEFA-Cup-Fleischtöpfe hatte Schalke als Fünfter vor Rostock und Bremen die Nase vorn.

Das Revier in der 1. Liga

Im Jahr nach dem imponierenden Erfolg im UEFA-Cup erwarten viele Experten Schalke auch in der Bundesliga im Meisterrennen dabei. Für den weiter verletzten Youri Mulder soll ein Landsmann einspringen, der auch ob seiner kultigen Spielweise zu einem Publikumsliebling wird: Rene Eijkelkamp. Ein anderer Holländer, Marco van Hoogdalem schießt am letzten Spieltag mit zwei Elfmetertoren Schalke noch auf Rang fünf. Nur einmal, nach dem 4:1-Auswärtssieg gegen Hertha, saß es danach aus, dass Schalke im Titelrennen ein Wörtchen mitsprechen konnte. Ansonsten überwogen eher die Enttäuschungen. Im UEFA-Cup dagegen trumpfte der Titelverteidiger auf, scheiterte erst im Viertelfinale unglücklich in der Verlängerung an Inter Mailand, die man im Jahr zuvor im Endspiel noch bezwingen konnte. Früh Feierabend war auch im DFB-Pokal nach dem 0:1 in der zweiten Runde gegen Eintracht Trier.

Spieler und Tore

Jens Lehmann 34/1, Michael Büskens 33/1, Marc Wilmots 31/7, Johan de Kock 31/4, Thomas Linke 31/3, Olaf Thon 29/1, Rene Eijkelkamp 29/1, Marco van Hoogdalem 28/5, Jiri Nemec 28/0, Radoslav Latal 26/1, Michael Goossens 24/4, Oliver Held 23/1, Andreas Müller 21/1, Denis Klujew 21/1, Martin Max 19/4, Ingo Anderbrügge 15/2, Marco Kurz 14/0, Yves Eigenrauch 13/0, Miguel Pereira 7/0, Youri Mulder 4/1, Markus Anfang 3/0, Mark Schierenberg 1/0

Lehmann

de Kock Thon Linke

Latal van Hoogdalem Nemec Wilmots Büskens

Eijkelkamp Goossens (Held)

Achter Platz in der Bundesliga, dazu das Erreichen des Pokalfinales (1:2 gegen Bayern München), für die Fans der Zebras war diese Spielzeit ein tolles Jahr. Zumal man als Pokal-Vizemeister in der nächsten Saison wieder am internationalen Geschäft teilnehmen kann. Den Grundstein für diese enorm erfolgreiche Saison legte das Funkel-Team im UI-Cup, wo man in den Endspielen gegen Auxerre knapp die Teilnahme am UEFA-Cup verpasste. Aber diese Spiele erwiesen sich als ideale Vorbereitung für Meisterschaft und Pokal. Funkel war es gelungen, eine richtige Einheit zu formen, das Team überzeugte stets durch Geschlossenheit. Und vor allem die Rückrunde wurde getragen von der allgemeinen Pokal-Euphorie, die im „Jahrhundert-Elfmeterschießen“ zu Trier (10:9) im Halbfinale ihren endgültigen Ausbruch fand. Nur vielen Unentschieden (MSV wurde der „Remis-König“) wurmten den Coach nach einer (fast) perfekten Spielzeit.

Spieler und Tore

Michael Zeyer 33/6, Torsten Wohlert 33/3, Slobodan Komljenovic 33/2, Thomas Gill 33/0, Bachirou Salou 32/10, Uwe Spies 32/6, Markus Osthoff 31/4, Carsten Wolters 31/2, Dietmar Hirsch 29/1, Stefan Emmerling 28/0, Tomasz Hajto 25/3, Thomas Puschmann 21/1, Thomas Vana 19/0, Jörg Neun 18/1, Horst Steffen 16/1, Niklas Skoog 16/1, Stig Töfting 12/0, Markus Reiter 12/0, Alexander Popowitsch 4/0, Joachim Hopp 3/0, Adem Kapic 1/0, Marc Kienle 1/0, Gintaras Stauce 1/0

Gill

Wolters Wohlert Hajto Hirsch

Zeyer Puschmann Osthoff Komljenovic

Salou Spies

Dem Gipfelsturm folgte der tiefe Fall. Der Etablierung auf dem internationalen Parkett der Absturz ins Niemandsland der nationalen Tabelle. Der erfolgsorientierte BVB nur auf Platz zehn, darauf hätten vor der Saison nur wenige eine müde Mark verwettet. Vor der Saison hatte Dr. Gerd Niebaum den internen „Machtkampf“ gegen Erfolgscoach Ottmar Hitzfeld gewonnen. Der Meistertrainer war nach München gezogen, das Team geblieben, obwohl es einer dringenden Blutauffrischung bedurfte. Das musste auch der neue Coach Nevio Scala erkennen. Vom trügerischen Glanz des europäischen Throns geblendet, baute er auf eine Elf, die nie an einem Strang zog, auch weil sie es gar nicht konnte. Und über einen weiteren Fallstrick stolperte der gutmütige Italiener in dieser Saison: das ewige Dortmunder Verletzungspech machte durch manche Trainer-Rechnung einen dicken Strich.

Spieler und Tore

Stefan Klos 34/0, Jörg Heinrich 31/5, Stefan Reuter 28/0, Stephane Chapuisat 27/14, Andreas Möller 26/10, Steffen Freund 25/2, Lars Ricken 25/2, Wladimir Butt 23/3, Jürgen Kohler 23/3, Michael Zorc 22/1, Heiko Herrlich 21/7, Wolfgang Feiersinger 21/0, Julio Cesar 17/1, Paulo Sousa 16/0, Knut Reinhardt 15/0, Jovan Kirovski 13/0, Paul Lambert 13/0, Martin Kree 13/0, Manfred Binz 12/0, Scott Booth 10/1, Harry Decheiver 8/3, Rene Schneider 8/3, Christian Timm 7/0, Bashirou Gambo 6/0, Björn Mehnert 3/0, Ibrahim Tanko 3/0, Matthias Sammer 3/0, Jörg Sauerland 2/0, Steinar Pedersen 1/0, Benjamin Knoche 1/0, Frank Riethmann 1/0

Klos

Reuter Kohler Feiersinger Heinrich

Freund Ricken Zorc Möller

Chapuisat Herrlich (Butt)

Vor der Saison forsche Töne: ein einstelliger Tabellenplatz sollte es schon sein. Am Ende sprang Rang zwölf heraus. Die Gründe dafür waren vielschichtig und nahezu ausnahmslos in der restlos verpatzten Hinrunde zu suchen. Da schien bei nur 16 Punkten nach 17 Spielen die „Messe schon gelesen“. Doch der VfL kam zurück, beendete die zweite Serie als Sechster der Rückrundentabelle und fand bei nur einer Niederlage auch zur gewohnten Heimstärke zurück. Knackpunkt für die verkorksten ersten Saisonmonate war wohl die unglückliche 2:3-Niederlage in Leverkusen und natürlich auch die Belastungen im UEFA-Pokal, woraus man sich nach tollen Spielen gegen Trabzonspor, Brügge und Amsterdam mit Glanz und Gloria verabschiedete. Danach begann die Aufholjagd in der Bundesliga, die ein glückliches Ende nahm. Trotzdem mit einem traurigen Beigeschmack: Regisseur und Publikumsliebling Dariusz Wosz wechselte zur Berliner Hertha.

Spieler und Tore

Dariusz Wosz 33/5, Norbert Hofmann 31/2, Mirko Dickhaut 30/3, Torsten Kracht 28/0, Tomasz Waldoch 27/1, Olaf Schreiber 27/0, Kai Michalke 26/4, Peter Peschel 24/5, Sergej Juran 23/4, Georgi Donkov 23/3, Thomas Reis 23/1, Axel Sundermann 23/1, Zoran Mamic 22/3, Thomas Ernst 18/0, Yildiray Bastürk 17/1, Uwe Gospodarek 16/0, Nesat Gülünoglu 14/1, Henryk Baluszynski 12/1, Peter Közle 12/0, Karsten Hutwelker 10/2, Thomas Stickroth 9/1, Mirco Reichel 9/0, Frank Fahrenhorst 7/0, Delron Buckley 6/0, Danny Winkler 1/0

Ernst (Gospodarek)

Reis Waldoch Kracht Schreiber

Peschel Wosz Hofmann Dickhaut

Michalke Juran (Donkov)

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