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revierkick

Spielzeit 1998/99

Spannung nur im Tabellenkeller

Krasse Gegensätze in der Bundesliga. An der Spitze kam während der gesamten Spielzeit eigentlich kaum Spannung auf. Zu „verantworten“ hatten dies die Münchener Bayern, die unter Trainer Ottmar Hitzfeld am Ende die 15. Meisterschaft feierten. Und das vom Rest der Liga gänzlich unbedrängt, 15 Punkte Vorsprung auf Vize-Meister Bayer Leverkusen zeigten der Konkurrenz die Grenzen auf.

Im Tabellenkeller dagegen wurde am letzten Spieltag noch kräftig gezittert. Mönchengladbach und auch der VfL Bochum, mit Klaus Toppmöller musste der Verein zum dritten Mal den bitteren Gang ins Unterhaus antreten, standen bereits als Absteiger fest. Zwischen Eintracht Frankfurt, Hansa Rostock und dem 1. FC Nürnberg entwickelte sich ein packendes Fernduell um den rettenden 15. Platz. Während der finalen 90 Minuten war jeder der drei schon „weg“, erwischt hat es dann den „Club“ aus Nürnberg, der sich durch eine 1:2-Heimpleite gegen Freiburg selbst den Klassenerhalt verdarb.

Als die Liga schon längst beendet war, erlebte der FC Bayern München noch eine der schwärzesten Stunden der Vereinsgeschichte. Im Finale der Champions-League gegen Manchester United schon wie der sichere Sieger gefeiert, rissen zwei Last-Minute-Tore der Engländer den Deutschen Meister aus allen Träumen.

Das Revier in der 1. Liga

Ende gut, alles gut? Nein! Obwohl die Borussen zielgenau am letzten Spieltag noch den vierten Platz erreichten, war diese Spielzeit kein Ruhmesblatt. Zu groß war oft der Frust über allzu spärliche Darbietungen. Vor allem die Auswärtsbilanz des Skibbe-Teams war angesichts der Ambitionen am Borsigplatz nur beschämend (ganze 13 Punkte). Grund dafür war gewiss auch die fehlende „Chemie“ im Kader, die immer wieder angesprochen wurde. Der angestrebte Umbruch war nur unvollständig gelungen, die meisten Neuzugänge (Salou, Barbarez, Häßler) blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Die Lethargie konnte auch vom in seiner Art durchaus überzeugenden Coach Michael Skibbe nicht aus dem Team vertrieben werden.

Spieler und Tore

Stéphane Chapuisat 30/8, Andreas Möller 30/7, Karsten Baumann 30/0, Jürgen Kohler 29/2, Dédé 29/0, Lars Ricken 28/5, Alfred Nijhius 27/4, Bachirou Salou 25/5, Stefan Reuter 25/5, Vladimir But 23/3, Christian Nerlinger 23/1, Sergej Barbarez 22/4, Heiko Herrlich 21/6, Thomas Häßler 18/2, Stefan Klos 18/0, Miroslav Stevic 14/1, Thomas Hengen 13/0, Jens Lehmann 13/0, Wolfgang Feiersinger 11/0, Ibrahim Tanko 7/0, Julio Cesar 5/0, Christian Timm 5/0, Knut Reinhardt 4/0, Wolfgang de Beer 3/0, Manfred Binz 1/0

Klos (Lehmann)

Reuter Nijhuis (Reuter) Kohler Dede

Baumann But Möller Ricken

Chapuisat Salou (Herrlich)

Aus und vorbei! Statt Trabzon, Brügge oder Amsterdam heißt die Wahrheit des VfL Bochum zur Jahrtausendwende Mainz, Cottbus oder Chemnitz! Nach Europas Sekt gibt es für die Fans an der Castroper Straße wieder fades Zweitliga-Mineralwasser. Niemand hat das für möglich gehalten. Und genau das war das Hauptproblem dieser schlimmen Spielzeit. Keine Frage aber auch, dass ein solches Verletzungspech den Verein selten heimgesucht hatte. Am Ende standen 16 operative Eingriffe. Die Hoffnung, dass mit der Genesung vieler Stammkräfte alles in der Rückrunde zu reparieren sei, erfüllten sich nicht. Vier Verpflichtungen in der Winterpause konnten am Ende den dritten Abstieg, der für die meisten so unverhofft kam, nicht verhindern.

Spieler und Tore

Delron Buckley 33/5, Thomas Ernst 32/0, Axel Sundermann 31/1, Sebastian Schindzielorz 28/3, Yildiray Bastürk 28/1, Norbert Hofmann 27/1, Tomasz Waldoch 27/0, Torsten Kracht 26/1, Thomas Reis 25/5, Samir Toplak 23/1, Stefan Kuntz 20/6, Maurizio Gaudino 20/2, Frank Fahrenhorst 18/1, Peter Peschel 16/2, Zdravko Drincic 16/1, Mehdi Mahdavikia 12/3, Kai Michalke 12/1, Viorel Ion 12/1, Nesat Gülünoglu 12/0, Andreas Zeyer 11/3, Olaf Schreiber 10/0, Michael Bemben 8/0, Alen Petrovic 7/0, Emir Dzafic 6/1, Björn Joppe 3/0, Thomas Stickroth 3/0, Mirko Dickhaut 3/0, Maik Kischko 2/0, Jan Majewski 1/0

Ernst

Sundermann Waldoch Kracht Reis (Toplak)

Schindzielorz Bastürk Hofmann Gaudino

Buckley Kuntz

Nach einer relativ schwachen Hinrunde gaben sich im zweiten Durchgang der Saison Glanz-Vorstellungen die Klinke in die Hand. Mittels einer bombastischen Bilanz rollte der Klub die Tabelle von hinten auf. Über die Gründe dafür wurde viel spekuliert. Ab einem bestimmten Zeitpunkt Mitte März lief alles rund, passte alles zusammen. Früh war der Klassenerhalt gesichert. Der Rest eine sprudelnde Zugabe. Das alles ohne Star-Allüren. Keiner der Akteure brach aus der Masse aus. Alle hielten sich an das von Trainer Funkel ausgetüftelte Konzept. Noch mehr als in den Vorjahren, in denen sich viel auf Zeyer und Salou konzentrierte, wurde die Verantwortung auf alle Schultern übertragen – und angenommen. Vermutlich wird der MSV auch im neuen Jahr zu den Abstiegskandidaten gehören. Aber wohl nur, um schon bald alle eines Besseren belehren zu können.

Spieler und Tore

Uwe Spies 32/6, Slobodan Komljenovic 31/1, Torsten Wohlert 30/2, Tomasz Hajto 29/4, Dietmar Hirsch 29/1, Markus Beierle 28/13, Marcus Wedau 28/3, Stig Töfting 28/2, Carsten Wolters 26/1, Jörg Neun 25/2, Markus Osthoff 24/2, Erik Bo Andersen 24/2, Stefan Emmerling 23/1, Gintaras Stauce 20/0, Thomas Hoersen 15/3, Thomas Vana 14/1, Alexander Bugera 13/1, Thomas Gill 12/0, Thorsten Schramm 10/0, Mamadou Diallo 7/0, Martin Frydek 5/0, Lubomir Moravcik 5/0, Marius Ebbers 2/0, Andreas Menger 2/0, Peter Schyrba 1/0

Stauce (Gill)

Wolters Wohlert Hajto Hirsch

Komljenovic Wedau Töfting Osthoff (Neun)

Spies Beierle

Am Ende zeigte sogar die Tabelle Mitleid mit den Königsblauen und niemand verhehlte seine Erleichterung, dass man nach einer Saison, in die man als Geheimfavorit gestartet war, wenigstens noch einen sicheren Mittelfeldplatz (10.) registrieren konnte. Doch in Wirklichkeit war (fast) alles schief gegangen. Es begann mit dem gnadenlosen Fehleinkauf Hami, der nie seine Qualität auch nur andeuten konnte. Es ging über 16 (!) schwere Verletzungen, die Huub Stevens immer wieder zu gravierenden Umstellungen zwangen. Und gipfelte in unerklärlichen Formeinbrüchen (Latal, Nemec, Max) ehemaliger Leistungsträger. Man konnte förmlich zusehen, wie sich das funktionierende Mannschaftsgefüge allmählich auflöste. Erst in Leverkusen gelang der Durchbruch. Und es war kein Zufall, dass Rückkehrer Marc Wilmots an diesem Tag dafür sorgte, dass seine Kollegen zumindest wieder auf den Pfad der kämpferischen Tugend zurück fanden.

Spieler und Tore

Martin Max 28/6, Jiri Nemec 27/2, Michael Büskens 27/2, Andreas Müller 27/1, Youri Mulder 26/6, Marco van Hoogdalem 25/1, Hami Mandirali 22/3, Nico van Kerckhoven 22/1, Yves Eigenrauch 22/0, Oliver Held 21/2, Johan de Kock 20/1, Sven Kmetsch 18/2, Oliver Reck 18/0, Filip Tapalovic 18/0, Olaf Thon 16/2, Ingo Anderbrügge 16/0, Radoslav Latal 16/0, René Ejkelkamp 15/5, Ünal Alpugan 15/1, Sascha Wolf 14/3, Mathias Schober 14/0, Michael Goosens 12/1, Marc Wilmots 12/1, Miguel Pereira 5/0, Denis Klujew 3/0, Frode Grodas 2/0, Mark Schierenberg 1/0, Markus Kaya 1/0

Reck (Schober)

Eigenrauch de Kock v. Kerckhoven Büskens

Held (Kmetsch) Van Hoogdalem Müller Nemec

Max Mulder (Hami)

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