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revierkick

Spielzeit 2001/02

Dortmund überholt „Vizekusen“

Jubel bei Borussia Dortmund! Nach 1996 führte Trainer Matthias Sammer das BVB-Starensemble um die Neuzugänge Jan Koller (21 Mio. DM) und „Diva“ Marcio Amoroso (50 Mio. DM) erneut zur Deutschen Meisterschaft. Dass es soweit kommen konnte, hatten die Schwarz-Gelben aber auch Bayer Leverkusen zu verdanken. Wieder einmal sah die Werkself Wochen vor Saisonende wie der sichere Meister aus, doch durch die 0:1-Niederlage beim 1. FC Nürnberg am 33. Spieltag rutschte Bayer auf den zweiten Rang. Der BVB ließ sich diese Steilvorlage im Saisonfinale nicht mehr nehmen und sicherte sich mit einem 2:1-Erfolg über Werder Bremen die begehrte Schale.

Bayer Leverkusen dagegen machte nicht nur in der Meisterschaft seinem Namen als „ewige Nummer zwei“ alle Ehre. Auch im DFB-Pokal unterlag die Mannschaft von Klaus Toppmöller dem FC Schalke 04 mit 2:4. Während in Gelsenkirchen der Pokal durch die Straßen getragen wurde, verlor Leverkusen gegen Real Madrid auch das dritte Endspiel der Saison. In der Finale der Champions-League hielt Bayer zwar lange Zeit gut mit, aber stand nach dem 1:2 als „Vizekusen“ wieder mit leeren Händen da. Nicht besser erging es Meister Dortmund im UEFA-Cup-Finale. In Rotterdam unterlagen die Borussen den Hausherren von Feyenoord mit 2:3. Im Schlussspurt erreichte der VfL den dritten Wiederaufstieg. In einem spannenden Finale zog die Mannschaft von Peter Neururer noch am FSV Mainz 05 vorbei.

Neben den Bundesliga und Europacup stand 2002 auch die Fußball-WM in Japan und Südkorea im Blickpunkt. Ohne große Vorschusslorbeeren nach Asien gereist, musste sich das DFB-Team unter Rudi Völler erst im Finale dem späteren Weltmeister Brasilien geschlagen geben. Mit von der Partie waren Christoph Metzelder (BVB) und Gerold Asamoah (S04).

Das Revier in der 1. Liga

Am Ende stand eine Niederlage, die niemand tragisch nahm. Das 2:3 im UEFA-Cup-Finale gegen Rotterdam konnte natürlich die Freude über den Gewinn der sechsten Deutschen Meisterschaft nicht im Ansatz trüben. Der Triumph in der deutschen Eliteliga war letztlich das Resultat einer imponierenden Teamarbeit im gesamten Verein. Bevor der erste Anpfiff erfolgte, setzte die Funktionärsebene ihre in der Öffentlichkeit nicht immer unumstrittene risikofreudige Einkaufspolitik fort, setzte sogar neue, atemberaubende Maßstäbe. Für die neuen Stürmer Koller und Amoroso wurden 40 Millionen Euro auf den Tisch geblättert, nachdem zuvor Rosicky für 15 Millionen Euro aus Prag an den Borsigplatz gelockt wurde. Doch zumindest sportlich kann am Ende festgestellt werden, dass die Rechnung aufgegangen ist. Einen großen Anteil am Gesamterfolg hatte auch das Publikum. 1.1 Millionen Zuschauer in den 17 Liga-Spielen, das bedeutete neuen Bundesligarekord, der nach dem Ausbau des Westfalenstadions wohl nur vom BVB selbst getoppt werden kann. Denn wie bilanzierte Meistertrainer Sammer diese grandiose Spielzeit: „Wir sind noch nicht am Ende unserer Entwicklung angelangt!“

Spieler und Tore

Jan Koller 33/11, Marcio Amoroso 31/18, Tomas Rosicky 30/5, Jens Lehmann 30/0, Christian wönrs 29/2, Lars Ricken 28/6, Dédé 28/1, Stefan Reuter 28/0, Ewerthon 27/10, Evanilson 27/1, Christoph Metzelder 25/0, Miroslav Stevic 24/2, Jürgen Kohler 22/0, Sunday Oliseh 18/1, Jörg Heinrich 16/2, Sebastian Kehl 15/1, Jan Derek Sörensen 15/0, Heiko Herrlich 10/0, Otto Addo 8/0, Ahmed Madouni 7/0, Billy Reina 6/1, Philipp Laux 5/0, Fredi Bobic 3/0, David Odonkor 2/0

Lehmann

Evanilson Metzelder Wörns (Kohler) Dede

Stevic (Oliseh) Rosicky Ricken

Ewerthon Koller Amoroso

Mit einem furiosen Sieg begann das Jahr 2002, mit einem ebenso grandiosen Erfolg endete die Spielzeit 2001/02. Erst startete Schalke 04 mit einem 5:1-Sieg gegen Bayern München eine überzeugende Aufholjagd in der Bundesliga. Dann wurde die Fanschaft mit dem abermaligen Triumph im DFB-Pokalendspiel in Berlin (4:2 gegen Leverkusen) mehr als nur entschädigt für die leztlich verpasste Teilnahme an der Champions-League im neuen Jahr. Doch in den Freudenkelch nach einer zu Beginn eher durchwachsenen Spielzeit mischten sich auch Tränen der Wehmut, weil auf Schalke das Kapitel der „Eurofighter“ endgültig zu Ende ging. Neben Coach Hubb Stevens nahmen auch Mike Büskens, Olaf Thon, Yves Eigenrauch, Jiri Nemec und Youri Mulder ihren Abschied. Der Aufbau einer neuen großen Mannschaft soll mit einem weitgehend unbekannten Trainer vollzogen werden. Frank Neubarth soll in der kommenden Saison in die allzu großen Fußstapfen von Huub Stevens treten.

Spieler und Tore

Oliver Reck 34/1, Gerald Asamoah 32/6, Andreas Möller 32/4, Jörg Böhme 31/7, Tomasz Waldoch 31/2, Nico van Kerckhoven 30/0, Ebbe Sand 28/11, Marco van Hoogdalem 28/1, Sven Vermant 28/0, Niels Oude Kamphuis 27/2, Marc Wilmots 24/6, Tomasz Hajto 24/2, Victor Agali 22/4, Sven Kmetsch 18/0, Jiri Nemec 17/0, Emile Mpenza 16/4, Anibal Matellan 13/0, Michael Büskens 11/0, Youri Mulder 9/0, Kristijan Djordjevic 9/0, Olaf Thon 5/0, Mike Hanke 1/0

Reck

Hajto Waldoch v. Kerckhoven

v. Hoogdalem Oude Kamphuis Vermant

Möller Böhme

Asamoah Sand

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