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revierkick

Spielzeit 2002/03

Souveräne Bayern – Stürzendes Bayer

Spannende Titelkämpfe, verlorene Meisterschaften in letzter Minute – nicht so in der Saison 2002/03. Bayern München ließ kaum Spannung aufkommen, im Gegenteil. Am vierten Spieltag übernahmen die Münchener die Tabellenspitze und gaben sie bis zum Saisonende nicht mehr ab. Bereits am 30. Spieltag feierten Ottmar Hitzfeld und Co. den vorzeitigen Titelgewinn.

Doch was in der Bundesliga wie im Schlaf zu funktionieren schien, wollte auf der großen Bühne einfach nicht gelingen. In der Champions-League verabschiedeten sich die Bayern schon nach der Gruppenphase, ohne gegen Deportivo La Coruna, AC Mailand oder Racing Lens auch nur einen Punkt erspielt zu haben.

Positivere Schlagzeilen schrieben die „jungen Wilden“ des VfB Stuttgart. Aus finanzieller Not geboren, spielten sich die Schwaben mit Jungstars Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel oder Aliaksandr Hleb bis in die Champions-League. Dass es zu Platz zwei reichte, war auch ein „Geschenk“ des Titelverteidigers aus Dortmund. Die verpatzten nämlich das letzte Saisonspiel gegen Absteiger Energie Cottbus (1:1) und verabschiedeten sich somit nach verlorener Qualifikation von der Königsklasse.

Einer wahren Katastrophe entging Bayer Leverkusen nur knapp. Nach den durchaus unglücklichen Vize-Meisterschaften der vergangenen Jahre, befand sich Bayer in der Spielzeit 02/03 im freien Fall. Dass am Ende doch noch der 15. Platz und damit der Verbleib in der ersten Liga erreicht wurde, war einer gehörigen Portion Glück sowie dem Unvermögen der drei Absteiger, Energie Cottbus, Nürnberg und Arminia Bielefeld zuzuschreiben.

Das Revier in der 1. Liga

Abgestürzt! Der Deutsche Meister des vergangenen Jahres gehörte am Ende der Saison zu den großen Verlierern und verabschiedete sich fast schon „standesgemäß“ am letzten Spieltag mit einem peinlichen Remis gegen das abgeschlagene Schlusslicht Energie Cottbus von seinen maßlos enttäuschten Fans. Die größten Schwächen in dieser enttäuschenden Saison offenbarte die brasilianische Offensivabteilung mit Ewerthon und Amoroso. Vor allem letzterer war, auch angesichts der ungeheuren Summen, die er verschlang, ein endloses Ärgernis. „Die Schwankungen waren zu groß“, gestand selbst Matthias Sammer ein, der positiv einige gute Partien in der Champions-League vermelden konnte, wo man sich nur unglücklich allzu früh verabschiedete. Die ersten Anzeichen einer finanziellen Krise beim ehemaligen Weltcup-Gewinner sorgten zudem dafür, dass für die Zukunft nicht nur gelb, sondern auch schwarz gesehen werden konnte.

Spieler und Tore

Jan Koller 34/13, Ewerthon 33/11, Torsten Frings 31/6, Stefan Reuter 31/0, Tomas Rosicky 30/3, Dédé 30/3, Christian Wörns 30/0, Ahmed Madouni 28/1, Sebastian Kehl 28/0, Marcio Amoroso 24/6, Lars Ricken 24/4, Evanilson 24/0, Christoph Metzelder 24/0, Jens Lehmann 24/0, Jörg Heinrich 17/0, Billy Reina 12/2, Roman Weidenfeller 11/0, Leandro 6/1, David Odonkor 6/0, Heiko Herrlich 5/0, Juan Fernández 4/0, Otto Addo 4/0, Sunday Oliseh 2/0, Florian Thorwart 1/0

Lehmann (Weidenfeller)

Reuter Wörns Madouni (Metzelder) Dede

Frings Kehl Rosicky

Ewerthon Koller Amoroso (Ricken)

Jörg Böhme und Frank Rost wollten Meister werden, Tomasz Waldoch und Ebbe Sand hatten offen die erneute Teilnahme an der Champions-League anvisiert. Angriffslustig und selbstbewusst. Am Ende waren sie alle kleinlaut. „Ihr ward Spitze! Wir diesmal nicht“ lautete die per Transparent an die Fans gerichtete Botschaft vor dem abschließenden Heimspiel gegen Bayern München. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Mannschaft nahezu jeglichen Kredit bei den Fans verspielt. Gründe für die enttäuschenden Leistungen? Stevens-Nachfolger Frank Neubarth wurde in Gelsenkirchen nie akzeptiert, Marc Wilmots brachte als sein Nachfolger nur kurz neuen Schwung in den Laden. Im Kader fehlte es an Hierarchie und Zusammenhalt. Eine Ansammlung ratloser Profis stolperte von einer Blamage in die nächste. Und Manager Assauer wirkte zu keinem Zeitpunkt so, als habe er die Fäden fest in der Hand.

Spieler und Tore

Ebbe Sand 33/6, Frank Rost 33/0, Tomasz Hajto 29/3, Gerald Asamoah 27/3, Niels Oude Kamphuis 26/2, Marco van Hoogdalem 25/1, Jörg Böhme 24/5, Christian Poulsen 24/1, Gustavo Varela 23/4, Sven Vermant 23/4, Sven Kmetsch 23/1, Andreas Möller 22/1, Emile Mpenza 21/5, Victor Agali 20/7, Anibal Matellan 20/0, Nico van Kerckhoven 16/1, Dario Rodriguez 14/0, Tomasz Waldoch 13/1, Marc Wilmots 10/0, Sergio Pinto 8/0, Mike Hanke 8/0, Abdul Iyodo 4/0, Filip Trojan 3/0, Oliver Reck 2/0

Rost

Oude-Kamphuis Hajto Matellan (v. Kerckhoven)

Poulsen Varela Möller Böhme

(v. Hoogdalem) (Vermant) (Kmetsch)

Asamoah Sand Mpenza (Agali)

Der Bann ist gebrochen. Die scheinbar in Gesetzestafeln gemeißelte Abfolge, nach der einem Aufstieg des VfL der unmittelbare Abstieg folgt, sie hat keine Gültigkeit mehr. Am Ende absolut souverän und die kühnsten Erwartungen übertreffend, landete der VfL auf dem neunten Platz. Dabei sagt die reine Platzierung noch gar nicht mal alles über die Klasseleistungen des VfL auf und außerhalb des Rasens aus. Die Mannschaft spielte attraktiven Offensivfußball, voller Hochachtung wurde der VfL nach dem Ende der Hinrunde landauf, landab mit Lob überschüttet. Und auch das besorgniserregende Zwischentief mit zwei Punkten aus acht Spielen wurde souverän ohne Hysterie und Selbstzerfleischung überstanden. Was folgte, war ein Finale furioso mit 14 Punkten aus sechs Spielen. Gratulation!

Spieler und Tore

Thomas Christiansen 34/21, Vahid Hashemian 34/10, Sören Colding 34/0, Slawo Freier 32/7, Delron Buckley 30/3, Dariusz Wosz 30/2, Thordur Gudjonsson 29/3, Rein van Duijnhoven 28/0, Frank Fahrenhorst 26/3, Raymond Kalla 26/0, Sebastian Schindzielorz 24/2, Michael Bemben 24/0, Martin Meichelbeck 22/0, Filip Tapalovic 20/1, Thomas Reis 18/1, Anton Vriesde 17/0, Sunday Oliseh 11/0, Peter Graulund 8/2, Christian Vander 7/0, Sergej Mandreko 7/0, Christian Fiél 6/0, Marcus Fischer 2/0, Alexander Thamm 2/0, Luciano Velardi 2/0, David Zajas 1/0, Mirko Dickhaut 1/0

v. Duijnhoven

Colding Fahrenhorst Kalla Bemben (Meichelbeck)

Gudjonsson Wosz Buckley

Freier Christiansen Hashemian

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