Impressum | Kontakt

revierkick

Spielzeit 2003/04

VfL Bochum – die Nummer eins im Pott

Wachablösung im Revier. Nicht die vermeintlich Großen, der FC Schalke 04 oder Borussia Dortmund, machten das Rennen um die inoffizielle Reviermeisterschaft. Sondern der „kleine“ VfL Bochum, der sich im Fernduell mit seinen Revier-Rivalen den fünften Platz in der Liga sicherte und zur „Nummer eins im Pott“ avancierte. Für S04 und BVB blieb nur der ungeliebte UI-Cup. Während der BVB hier erneut früh ausstieg und seine Fans frustrierte, schaffte Schalke im „Nachsitzen“ doch noch die Qualifikation für den UEFA-Cup.

In der zweiten Liga konnte der MSV Duisburg trotz namhafter Verstärkungen die Erwartungen nicht erfüllen. Dennoch sah es lange Zeit nach Feiern am Niederrhein aus. RW Oberhausen schoss sich mit Coach Andersen aus dem Nichts an die Tabellenspitze. Am Ende versagten aber die Nerven und die kleine RWO-Familie hatte „alles nur geträumt“.

Einen Traum wahr machten sie sich endlich in Essen. Nach zwei denkbar knapp gescheiterten Anläufen schaffte RWE endlich wieder die Rückkehr in den bezahlten Fußball. Sogleich werden Stadionpläne aus der Schublade geholt und Visionen von der Bundesliga formuliert.

In der spielte mal die SG Wattenscheid, doch das ist lange her. Mittlerweile ist es an der Lohrheide Schritt für Schritt bergab gegangen. Der letzte Tiefschlag: Der Abstieg in die Niederungen der Oberliga. In der es ein Kuriosum gab: Weil die Spvg. Velbert gar keinen Lizenzantrag für die Regionalliga gestellt hatte, stieg in diesem Jahr nicht der Tabellenerste – Velbert –, sondern die Düsseldorfer Fortuna auf. Hier muss das obligatorische neue Stadion nicht mehr geplant werden. Es ist schon fertig. Doch lässt sich ein Spiel in der neuen Arena nur „rechnen“, wenn mindestens 20.000 Fans kommen. In der Regionalliga ein seltenes Highlight.

Das Revier in der 1. Liga

Das Jahr fing eigentlich nicht gut an für den VfL, nach drei Spielen nur einen Punkt in der Liga, die erste Runde im DFB-Pokal bedeutete nach dem 1:2 bei Jahn Regensburg gleich das Aus. Doch das Team von Peter Neururer fing sich schnell, nach dem ersten Sieg gegen Leverkusen (1:0) entwickelte sich eine beispiellose Saison mit etlichen Höhepunkten und vielen Rekorden. Unvergessen die Derby-Siege auf Schalke (2:0) und gegen Borussia Dortmund (3:0) innerhalb einer Woche. Aber auch der 1:0-Erfolg gegen Bayern München oder das 3:1 bei Bayer Leverkusen waren Glanzpunkte einer überragenden Bochumer Spielzeit. Am Saisonende stand nicht nur die “Reviermeisterschaft”, sondern auch die Qualifikation für den UEFA-Cup.

Mit Jupp Heynckes wollte Schalke zu neuen Ufern starten und mindestens den fünften Platz erreichen. Doch man blieb schon in den Startlöchern hängen. Es passte nicht, zumal sich auch die Neuzugänge – bis auf Altintop und Kobiashvili – nicht als wirkliche Verstärkungen entpuppten. Zwar schaffte Jupp Heynckes über den Umweg UI-Cup die Qualifikation für den UEFA-Pokal, doch war dort schon in der zweiten Runde gegen Bröndby Kopenhagen Endstation. Richtig Freude kam nur auf, als Schalke zum Rückrundenstart in Dortmund gewann und vom 17. bis zum 24. Spieltag ohne Gegentor blieb. Doch am Ende überwog Tristesse, weil vor allem in der Arena bei nur sieben Heimsiegen die Leistungen unter den Erwartungen blieben.

Das Jahr der großen Enttäuschungen begann mit der Pleite im Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Brügge, in dem ein verlorenes Elfmeterschießen das Schnuppern an den europäischen Fußball- Fleischtöpfen verhinderte. Und auch im UEFA-Cup war bereits in der zweiten Runde gegen Souchax Feierabend. Großes Verletzungspech, vor allem in der ersten Serie, nervte Fans und Trainer. Dazu die immer wieder aufflackernden Gerüchte um eine tiefe Finanzkrise des BVB. Im Fernduell um Platz fünf scheiterte der BVB am letzten Spieltag an den eigenen Nerven und am Nachbarn VfL Bochum. Viele sahen die Schuld am mäßigen Abschneiden auch beim Trainer. Matthias Sammer verließ den Klub am Ende der Saison Richtung VfB Stuttgart.

Spieler und Tore

Jan Koller 32/16, Ewerthon 31/16, Christian Wörns 31/1, Stefan Reuter 31/0, Niclas Jensen 27/1, David Odonkor 25/1, Dede 23/2, Lars Ricken 23/2, Sebastian Kehl 23/1, Salvatore Gambino 20/3, Tomas Rosicky 19/2, Guillaume Warmuz 17/0, Roman Weidenfelder 17/0, Torsten Frings 16/4, Andre Bergdölmo 16/0, Conceicao 14/1, Ahmed Madouni 13/1, Guy Demel 13/0, Sahr Senesie 11/0, Evanilson 10/0, Juan Fernandez 10/0, Guiseppe Reina 9/1, Malte Metzelder 9/0, Leandro 6/1, Otto Addo 6/0, Markus Brzenska 5/0,Marcio Amoroso 4/4

Warmuz (Weidenfelder)

Reuter Wörns Jensen

Kehl Rosicky (Ricken) Frings (Conceicao) Dede

Odonkor Koller Ewerthon

Bild0304