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revierkick

Spielzeit 2004/05

Schalke scheitert zwei Mal an Bayern

Am Ende war alles wie (fast) immer. Der FC Bayern hatte die Konkurrenz um Längen abgehängt und bereits Wochen vor dem letzten Spieltag quasi den Titel klar gemacht. Schalke 04 musste sich mal wieder mit dem zweiten Platz zufrieden geben (zum vierten Mal in der Bundesliga-Geschichte). Und der VfL Bochum verabschiedete sich zum fünften Mal aus dem Oberhaus. Die vormals „Unabsteigbaren“ wurden somit endgültig zum Fahrstuhlklub Nummer eins.

Für Schlagzeilen außerhalb des Platzes sorgte vor allem Borussia Dortmund. Der Champions-League-Sieger von 1997 entging um Haaresbreite dem Konkurs und wird Jahre eines harten Konsolidierungsprozesses brauchen, bis er wieder auf festen Boden steht. Immerhin gelang auf dem Rasen ein erster wichtiger Schritt. Dortmund wurde zweitbeste Mannschaft der Rückrunde und kann sich über den UI-Cup noch für den UEFA-Cup qualifizieren. Nachbar Schalke konnte lange den Bayern Paroli bieten, übernahm sogar nach dem 1:0-Sieg über die Münchener die Tabellenspitze. Doch dann ging es kontinuierlich bergab. Immerhin wurde das Pokalfinale erreicht, wo aber erneut die Bayern den Schalkern überdeutlich ihre Grenzen aufzeigten.

Übel erwischte es sich den VfL Bochum. Zuletzt noch die Nummer eins im Revier, ging es gleich danach wieder zurück ins Unterhaus.

Dort mussten sich auch zwei Reviervereine mit dem Abstieg abfinden. RW Oberhausen und RW Essen (nach nur einem Jahr) verabschiedeten sich in die Niederungen der Regionalliga. Drei Abstiege bei sechs Profiklubs – das war eine bittere Bilanz für die Teams aus dem Kohlenpott. Immerhin gab es wenigstens auch einen Aufstieg zu feiern. Der MSV Duisburg kehrt nach fünf Jahren in die Bundesliga zurück. Eine Mannschaft mit Perspektive, eine runderneuerte Führung mit Macher Walter Hellmich an der Spitze und ein tolles neues Stadion sollen den MSV mittelfristig zur Nummer drei im Revier machen.

Aus der Oberliga meldet sich die SG Wattenscheid zurück. Unter Trainer Georg Kress schaffen es die „09er“, in einer sensationellen Rückrunde zehn Punkte auf die Amateure des VfL Bochum gut zu machen und für neue Fußball-Euphorie in Wattenscheid zu sorgen.

Dass der FC Schalke zum ernsthaften Meisterschaftsanwärter und ärgsten Konkurrenten von Bayern München avancieren würde, hätten zu Saisonbeginn nicht mal die treuesten Anhänger in Königsblau für möglich gehalten. Als Jupp Heynckes gehen musste und Ralf Rangnick auf Schalke das Kommando übernahm, rangierte der S04 auf Platz 16. Es folgte eine beeindruckende Erfolgsserie, die den Club in höchste Tabellenregionen führte. Vor allem „Samba-Floh“ Lincoln zauberte sich in die Herzen der Fans und Kritiker gleichermaßen. Neuzugang und „Diva“ Ailton hatte da, trotz 14 Toren, einen schwereren Stand. Seine Launen bereiteten nicht nur Coach Rangnick Kopfschmerzen. Am Ende mussen sich die „Knappen“ dennoch zwei Mal den Bayern geschlagen geben, Schale und „Pott“ wanderten an die Isar. Doch das wurde durch den Einzug in die Champions League versüßt.

Spieler und Tore

Lincoln 32/12, Levan Kobiashvili 32/3, Christian Poulsen 32/0, Gerald Asamoah 31/8, Frank Rost 31/0, Hamit Altintop 30/0, Ailton 29/14, Ebbe Sand 28/8, Mladen Krstajic 28/1, Marcelo Bordon 27/2, Mike Hanke 25/5, Niels Oude Kamphuis 25/0, Christian Pander 24/1, Sven Vermant 22/0, Dario Rodriguez 15/0, Tomasz Waldoch 14/1, Gustavo Varela 11/1, Michael Delura 8/0, Tim Hoogland 3/0, Christofer Heimeroth 3/0, Thomas Kläsener 3/0, Fabian Lamotte 3/0, Jörg Böhme 2/0

Rost

Oude Kamphuis Bordon Krastijaic Pander

Poulsen (Vermant) KobiashvilI

Lincoln

Asamoah Sand (Hanke) Ailton

Rein sportlich gesehen lief in der ersten Serie der Saison für den BVB gar nichts zusammen. Immer mit nahem Kontakt zur Abstiegszone, musste schon beinahe der „Super-Gau“ befürchtet werden. Aber Schlagzeilen machte aber kaum das miserable Auftreten in den ersten 17 Spielen, sondern erneut die Finanzkrise der Schwarz-Gelben. Der Bankrott konnte gerade noch abgewendet werden, Präsident Gerd Niebaum und Manager Michael Meier nahmen dennoch ihren Hut. In der Rückrund stand endlich wieder der Fußball im Blickpunkt, und das auch zurecht. Denn mit einer glänzenden Serie spielte sich der BVB auf Rang zwei der Rückrundentabelle, roch sogar an den UEFA-Cup-Rängen, war am Ende aber mit dem Erreichen des UI-Cups mehr als zufrieden.

Spieler und Tore

Leonardo Dédé 33/0, Sebastian Kehl 32/4, Florian Kringe 30/1, Jan Koller 30/15, Christian Wörns 29/1, Ewerthon 28/10, Tomas Rosicky 27/4, Roman Weidenfeller 26/0, Markus Brzenska 23/1, Marc-André Kruska 18/1, Lars Ricken 17/5, Guy Demel 16/0, Christoph Metzelder 16/0, Niclas Jensen 16/1, Ebi Smolarek 15/3, André Bergdölmo 12/0, Sunday Oliseh 11/0, Salvatore Gambino 10/0, Sahr Senesie 10/0, Evanilson 9/0, Ahmed Madouni 8/1, Guillaume Warmuz 8/0, David Odonkor 7/0, Marcus Steegmann 3/0, Otto Addo 3/0, Mehmet Akgün 1/0, Patrick Kohlmann 1/0

Weidenfeller

Metzelder Brzenska Wörns Dede

Kringe Kehl

Rosicky Ewerthon (Ricken)

Koller Smolarek

Nach einer traumhaften Vorsaison folgte der bittere Absturz. Dabei hatte man sich die Spielzeit in Bochum in den schönsten Farben ausgemalt. In der Bundesliga erneut die großen Nachbarn aus Dortmund und Schalke ärgern und im Europacup für ähnliche Furore sorgen, wie schon 1997. Die Realität sah anders aus. Die Abgänge von Leistungsträgern wie Frank Fahrenhorst, Vahid Hashemian oder Paul Freier konnten nicht kompensiert werden, in der Liga folgte nach durchwachsenem Start eine lange Negativ-Serie. Das bittere Aus im DFB-Pokal (2:3 in Freiburg) sowie das „Horror-Spiel“ gegen Standard Lüttich, als ein Last-Minute-Treffer den Einzug in die lukrative Gruppenphase verhinderte, schien die Mannschaft zu lähmen. Am Ende reichte es trotz einer kleinen Serie nicht mehr, der VfL musste zum fünften Mal in die Zweitklassigkeit, Peter Neururer die Bank in Bochum räumen.

Spieler und Tore

Vratislav Lokenc 32/10, Zvjezdan Misimovic 31/3, Sören Colding 31/0, Christoph Preuß 30/2, Dariusz Wosz 29/2, Philipp Bönig 29/0, Thomas Zdebel 28/1, Tommy Bechmann 27/4, Marcel Maltritz 27/2, Aleksander Knavs 26/1, Rein van Duijnhoven 24/0, Raymond Kalla 23/5, Martin Meichelbeck 22/1, Peter Madsen 19/5, Filip Trojan 19/0, Edu 17/4, Filip Tapalovic 12/1, Momo Diabang 11/3, Christian Vander 10/0, Michael Bemben 6/0, Dennis Grote 5/0, Thordur Gudjonsson 3/0, Gaetano Manno 2/0, Peter Skov-Jensen 2/0, Marvin Matip 1/0, Fatih Akyel 1/0, Alexander Thamm 1/0

Duijnhoven

Colding Knavs Meichelbeck Bönig

Maltritz Zdebel

Wosz

Bechmann Lokvenc Trojan (Edu)

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