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Die großen Erfolge

VfL Bochum Aufstiege in die Bundesliga 1994, 1996, 200 und 2002

„Wir steigen auf, wir steigen ab...“

22 Jahre spielte sich an der Castroper Straße Saison für Saison das Drama der „Unabsteigbaren“ ab und immer gab es ein Happyend für den VfL. Aber am 33. Spieltag der Saison 1992/93 war es dann so weit: Mit einer 1:3-Niederlage beim FC Bayern München konnten die Bochumer den Abstieg, der schließlich eine Woche später auch de facto eintreten sollte, nicht mehr verhindern. Vom Oktober 1992 bis zum Juni 1993 – 25 Spieltage lang – hatte man die Saison nur auf den Abstiegsplätzen verbracht. Die „Unabsteigbaren“ erwiesen sich durchaus als „absteigbar“, und spätestens am 27. Juli 1993 holte den VfL Bochum mit dem Auftakt der Zweitligasaison beim SV Meppen die raue Wirklichkeit ein. Im Emsland begann die Leidenszeit des VfL, die länger dauern sollte, als sich das die treuesten Anhänger in den schlimmsten Träumen hätten ausmalen können. Zwar spielte der VfL in der Folge nie länger als eine Spielzeit im Unterhaus, aber die Rückkehr in die Zweite Liga wurde zu einer unheimlichen Regelmäßigkeit. Zwischen 1993 und 1999 stieg der VfL vier Mal aus der ersten Liga ab. Um so bemerkenswerter aber auch, dass er vier Mal direkt ins Oberhaus zurückkehrte.

Der erste Fall

In einer Art Trotzreaktion begleiteten den VfL zum ersten Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte rund 8.000 Fans nach Meppen. Die erlebten den ersten Treffer im Unterhaus durch Uwe Wegmann und damit zugleich auch den ersten Sieg. Was zunächst wie ein Spaziergang aussah – vier Spiele, vier Siege – wurde mit zunehmender Dauer immer schwieriger. Dabei gab es die erste Niederlage erst bei den Münchener „Löwen“. Am 9. Spieltag war der VfL beim 1:4 an der Grünwalder Straße chancenlos. Jürgen Gelsdorf und seine Schützlinge warf diese Niederlage jedoch nicht aus der Bahn. In den folgenden Wochen blieb der VfL unbesiegt, überstand die hektische Atmosphäre am Millerntor auf St. Pauli (1:1) und schlug auch Hertha BSC Berlin im Heimspiel mit 3:1. Längst hatte sich das Gelsdorf-Team in der damals noch 20 Klubs umfassenden Zweiten Liga etabliert. Immerhin war die Konkurrenz groß. Mit 1860 München, Hansa Rostock, VfL Wolfsburg, Hertha BSC und Hannover 96 befanden sich Teams im Unterhaus, die man später in der Bundesliga regelmäßig wieder traf. Auch Rückschläge, wie die Niederlage bei Waldhof Mannheim, änderten nichts daran, dass nach der Hinrunde der VfL auf einem Aufstiegsplatz stand. Die inoffizielle Herbstmeisterschaft beglückte die Anhänger, zumal sich Uwe Wegmann in der Torschützenliste eine Spitzenposition gesichert hatte. Wen wunderte es da, dass zum Rückrundenauftakt gegen den SV Meppen wieder 18.000 ins Ruhrstadion kamen. Gleich drei Mal traf Uwe Wegmann beim 4:0, und auch Thordur Gudjonsson war erfolgreich. Um so ärgerlicher die Niederlage bei Hansa Rostock, wurde der VfL doch um einen möglichen Erfolg „betrogen“. Wessels hatte beim Stande von 1:0 für den VfL einen Schuss von Zallmann vor der Linie abgewehrt, Schiedsrichter Fandel aber auf Tor entschieden. Die Fernsehaufnahmen bewiesen: krasse Fehlentscheidung. Doch als eine Woche später Nachbar RW Essen mit 2:0 besiegt wurde, war der größte Ärger verflogen. Das erste Zweitligajahr in der Vereinsgeschichte brachte auch Kurioses mit sich. Da führte der VfL am 25. Spieltag in Mainz durch zwei Wegmann-Tore nach 120 Sekunden mit 2:0, um am Ende mit 2:3 einen herben Rückschlag hinzunehmen. Je länger die Saison andauerte, desto mehr wurden die Nerven der Fans auf die Folter gespannt. Da verlor man beim späteren Absteiger Wuppertal klar mit 1:3, und ausgerechnet die ehemaligen VfL-Spieler Broos und Hartwig, die Jahre später bei der Verfilmung des „Wunders von Bern“ zu Kino-Ruhm kamen, bescherten dem VfL die wohl bitterste Saisonniederlage. Und dann gab es noch in Uerdingen den Wurf eines Eiswürfels, der Wessels am Kopf traf und so verletzte, dass der VfL nach der 1:3-Niederlage Protest einlegte und die Partie wiederholt werden musste. Ärgerlich nur, dass man die Wiederholung sogar mit 0:3 verlor. Auf der Zielgeraden schien dem VfL endgültig die Puste auszugehen und ein Matchball daheim gegen Mannheim (0:1) konnte nicht verwandelt werden. Aber am 36. Spieltag war es doch endlich soweit. Dariusz Wosz traf nach einer Stunde zum 1:0-Erfolg in Wolfsburg. Der VfL hatte seinen Durchmarsch mit vielen Hängern erfolgreich zu Ende gebracht. Wie sehr die Fans diesem Aufstiegstag entgegen gefiebert hatten, bewiesen die Jubelszenen in den folgenden Wochen. Zur Aufstiegsparty auf dem Rathausplatz kamen 15.000 Menschen. Im Ruhrstadion wurden über 20.000 gezählt, als sich die VfL-Spieler auf einer riesigen Bühne ihren treuen Anhängern präsentierten. Die Bühne war tags zuvor von Herbert Grönemeyer für ein Konzert genutzt worden, die Stimmung aber war an beiden Tagen einzigartig. Ein unvergessliches Erlebnis, der VfL hatte seine Reise von Meppen bis Chemnitz mit Bravour abgewickelt.

Rückschläge wegstecken

Doch das Lied „Nie mehr zweite Liga“ erstarb den Fans schnell auf den Lippen. Denn schon ein Jahr später erwischte es den VfL erneut. Als Tabellensechzehnter ging es gemeinsam mit dem MSV Duisburg und Dynamo Dresden wieder in den Keller. Mittlerweile war Klaus Toppmöller, der gegen Ende der Erstligasaison Jürgen Gelsdorf abgelöst hatte, der neue starke Mann am Vereinsruder. Und er krempelte die Mannschaft kräftig um. Mit Erfolg. Denn als am Saisonende in der nun wieder 18 Klubs umfassenden Liga abgerechnet wurde, da war der VfL nicht nur erneut Zweitliga-Meister geworden, sondern hatte die Konkurrenz regelrecht distanziert. Mit 69 Punkten betrug der Abstand zum Zweiten Bielefeld nicht weniger als zwölf Zähler. Die Reise von Duisburg bis Mainz war schlichtweg ein Triumphzug. Zwar startete der VfL an der Wedau mit einem torlosen Remis. Doch das ärgerte auch nicht Peter Közle. Vorher in Duisburg als Held gefeiert, spürte er im Bochumer Trikot plötzlich einen eisigen Wind. Közle später: „Dafür waren die 5.000 Bochumer Fans einfach super!“ Erstaunlich, betrachtet man die damalige Elf des ersten Spieltags, dann spielte dieses Team gut zwei Jahre später so erfolgreich im UEFA-Cup. Doch so weit war es noch nicht. Nach zwei Siegen ging es an die Lübecker Lohmühle. Hochsommerliche Temperaturen, der Gegner ein Nobody, was sollte da schon passieren? Nach nur 59 Minuten wussten sie es. Da führte Lübeck mit 3:0, während sich bei den Bochumer Fans schon ein wenig Entsetzen breit machte, blieb Klaus Toppmöller ganz cool. Wohl wissend, dass sein Team im Kampf um die Rückkehr auch mal einen Rückschlag hinnehmen konnte. Dazu zählte sicherlich auch die Niederlage in Zwickau oder das Remis daheim gegen Wattenscheid 09. Als gottlob Kai Michalke mit seinem Ausgleichstreffer fünf Minuten vor dem Spielende eine Blamage verhinderte. Doch die Highlights überwogen. Dem damaligen Pokalfinalisten VfL Wolfsburg erteilte man im eigenen Stadion eine 5:0-Lektion. 4:0 gewann man in Jena, auch das Spitzenspiel auf der Bielefelder Alm wurde nach einem 0:1-Rückstand noch umgebogen. Der VfL als Herbstmeister mit beruhigendem Abstand zur Konkurrenz, da ließ man nichts mehr anbrennen. Selbst der Luxus zur Weihnachtszeit, in Mannheim und daheim gegen Duisburg zu verlieren, konnte verschmerzt werden. Der VfL marschierte und Kapitän Dariusz Wosz erwies sich gegen Lübeck als „Kopfball-Ungeheuer“. Was sollte da noch passieren? Beim Osterspaziergang in Meppen (3:2) wurde ein Rückstand aufgeholt, in Nürnberg sorgte Wikinger Gudjonsson für den 1:0-Erfolg. Das Saisonende war turbulent. In der Lohrheide feierten die VfL-Fans frühzeitig den Aufstieg. Die letzten Spiele plätscherten nur noch so dahin. Immerhin konnten sie mit einem Remis gegen Jena auch die Meisterschaft sichern. Eine Galashow hatten sie sich noch aufgehoben. Eine ersatzgeschwächte Bochumer Mannschaft erteilte im Ruhrstadion vor 25.000 Fans der Bielefelder Arminia beim 2:0 eine Lehrstunde. Der zweite Aufstieg war perfekt, wurde aber fast schon mit einer gewissen Gelassenheit in Bochum zur Kenntnis genommen. Noch konnte niemand ahnen, dass das kommende Jahr 1997 das erfolgreichste in der Vereinsgeschichte werden sollte.

Vergänglicher Ruhm

Nach den spielerischen Offenbarungen von 1997 hofften alle in Bochum auf eine Trendwende. Mit begeisterndem Offensivfußball hatte der VfL auch auf internationalem Parkett sein Image von der „grauen Maus“ mehr als revidiert. „Machst mit ‘nem Doppelpass / jeden Gegner nass“, seufzten Tausende im Ruhrstadion enthusiastisch. Doch Ruhm steht bekanntlich auf tönernen Füssen und ist schnell vergänglich. Bereits in der Saison 1998/99 taumelte der VfL mit einer beispiellosen Niederlagenserie beinah wehrlos in die Niederungen der 2. Liga. Bei einem Torverhältnis von 5:20 gingen die letzten sieben Spiele in Folge allesamt verloren. Am Ende betrug der Abstand zum rettenden 15. Tabellenplatz nicht weniger als acht Zähler. Der dritte Abstieg war deshalb so schmerzhaft, weil in den Köpfen der Fans die grandiosen Europacup-Auftritte fest verankert waren und sie dem erneuten Abstieg quasi ohnmächtig gegenüber standen.

Auf ein Neues hieß es in der Saison 1999/2000. Und die Spielzeit wurde alles – nur nicht langweilig. Dafür sorgte schon die Verpflichtung von Ernst Middendorp, der Klaus Toppmöller ablöste. Konditionell ging der VfL topp vorbereitet in die neue Spielzeit. Aber der exzentrische neue Coach sprach nicht die Sprache der Spieler. Nach Siegen in der Vorbereitung gegen den englischen Pokalfinalisten Newcastle und einem Traumstart mit einem 3:1 in Karlsruhe und der 5:0-Heimpremiere gegen Aachen blieb der VfL plötzlich in sieben Partien in Folge ohne Sieg und verlor dabei die Heimspiele gegen Köln, Greuther Fürth, Energie Cottbus und TeBe Berlin sang- und klanglos. Das 2:6 gegen die Berliner am 24. Oktober 1999 bedeutete zugleich das Aus für Middendorp, der durch Amateurcoach Bernhard Dietz abgelöst wurde. Dietz, der am 10. Spieltag mit einem 1:0-Sieg am Bökelberg einen glänzenden Einstand feierte, hatte aber bei seinem Einstieg zur Bedingung gemacht, dass sein Engagement zum Ende der Hinrunde wieder erledigt sein muss. Es folgten erfolgreiche Wochen und das Team kassierte nur eine Niederlage. Auf dem Bieberer Berg in Offenbach gab es nach einer katastrophalen Schiedsrichterleistung eine 1:2-Niederlage. Als Dietz Weihnachten sein Amt niederlegte, hatte der VfL sich längst wieder zu einem Aufstiegskandidaten gemausert. Sein Nachfolger: Ralf Zumdick, lange Jahre Stammkeeper, dann Co-Trainer und nun erstmals in der vollen Verantwortung. Seine erste Amtshandlung vor dem Nachholspiel der Hinrunde gegen Hannover 96 – er wechselte den Torhüter. Für Thomas Ernst rückte Rein van Duijnhoven zwischen die Pfosten. Und der Einstand des langen Holländers gelang. Vier Siege in den ersten vier Spielen, lediglich im Müngersdorfer Stadion gab es gegen den FC die schon obligatorische Niederlage (0:3). Doch der VfL punktete weiter und landete die „big points“: Am Donnerstag, den 18. Mai 2000, stellte Hendryk Baluszynski mit seinem Siegtreffer in Nürnberg endgültig die Weichen in Richtung „Oberhaus“. Drei Tage später gab es die Aufstiegsfeier gegen Chemnitz. Nach dem 5:1 gegen die Ostdeutschen war klar, dem dritten Abstieg folgte prompt der dritte Aufstieg.

Die Fahrstuhlmannschaft

Nach drei Abstiegen und direkten Wiederaufstiegen waren das Wort „Fahrstuhlmannschaft“ und der VfL Bochum nicht mehr zu trennen. Kaum war der VfL oben, da ging es auch schon wieder bergab. Ralf Zumdick konnte die Mannschaft nicht auf Kurs halten und nach dem 0:3 in Hamburg wurde die „Katze“ durch Altmeister Rolf Schafstall abgelöst. Aber es passte nichts mehr. Das Team war in der damaligen Zusammensetzung nicht erstligatauglich und spielte eine trostlose Saison mit einem neuen Vereinsrekord: zwanzigmal schmückte man während der Spielzeit den letzten Tabellenplatz. Von einem gemeinsamen Willen, sich gegen den Abstieg aufzubäumen, war nichts zu spüren. Erneut ging die Reise nach unten, und für viele Fans war nach dieser deprimierenden Saison klar, dass ein erneuter direkter Wiederaufstieg schon einem kleinen Wunder gleich käme. Trainer war wieder Bernhard Dietz, der sich breitschlagen ließ, seinem Klub noch mal zu helfen – anfangs ganz erfolgreich. Zwar waren durchaus holprige Spiele dabei wie der letztlich so wertvolle 2:1-Erfolg gegen Mainz am dritten Spieltag. Doch der Transfer-Doppelpack von Graulund, der noch heute als einer der größten Investitionen in der Vereinsgeschichte gilt, sowie die Rückholaktion von Dariusz Wosz zahlten sich zunächst nicht aus. Besonders die Auswärtsschwäche – 0:2 in Hannover, 0:3 in Reutlingen, 0:1 in Frankfurt und 3:3 in Schweinfurt nach 0:3-Rückstand – ließ Zweifel aufkommen, ob die Bochumer ihrer Favoritenrolle gerecht werden konnten. Als der VfL am 15. Spieltag daheim nur ein 1:1 gegen Greuther Fürth schaffte, warf Bernard Dietz das Handtuch. Der Europameister von 1980 hatte eingesehen, dass er mit dem heutigen Profi-Gebaren nicht mehr zurecht kam. Jetzt war die Zeit für Peter Neururer gekommen, dessen Vater ihm schon Jahre zuvor prophezeit hatte: „Einmal trainierst du auch den VfL Bochum!“ Jetzt war es soweit, und sein Start war alles andere als erfolgreich: Mit einer 0:1-Niederlage bei Union Berlin verabschiedete sich der VfL zunächst aus dem Kreis der Aufstiegskandidaten.

Doch allmählich spürte man die Handschrift des neuen Mannes am Ruder. Unter der Leitung von Neururer blühten Dariusz Wosz und vor allem Thomas Christiansen, der zu Saisonbeginn unter Dietz nicht mal im Kader stand, merklich auf. Mit zwei Heimsiegen gegen Aachen (5:3) und Unterhaching (4:0) setzte der VfL noch vor dem Jahreswechsel zwei Ausrufungszeichen. Doch auch der neue Coach war vor Rückschlägen nicht gefeit. Eine 1:4-Niederlage gleich zum Rückrundenauftakt in Karlsruhe, und da hatten sie den absoluten Tiefpunkt sogar noch vor sich. Am Karnevalssonntag (22. Spieltag) begleiteten knapp 6.000 die Mannschaft ins Oberhausener Niederrheinstadion. Einige hatten sogar Schiffe gechartert und waren über den Kanal gekommen. Am Ende kamen sie sich vor wie auf der Titanic. Der Aufstiegskandidat verlor sensationell hoch mit 1:6 und innerlich wurden an diesem Nachmittag sämtliche Hoffnungen begraben. Aber gerade bei diesem Februar-Debakel wurde der Grundstein zum späteren Aufstieg gelegt. „Jetzt erst recht“, hieß die Parole. Und im Anschluss wurden sieben Spiele in Folge gewonnen. Doch im Taumel der Freude gab es noch einen Nackenschlag. Fernsehaufnahmen bewiesen, dass beim 3:0 über Eintracht Frankfurt (29. Spieltag) Dariusz Wosz sich zu einer Tätlichkeit gegen Rasiejewski hatte hinreißen lassen. Was Schiedsrichter Fröhlich nicht sah, blieb den Kameras nicht verborgen. Der Kapitän wurde ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison für vier Spiele gesperrt. Vielleicht auch deshalb verlor der VfL die nächste Begegnung beim direkten Tabellennachbarn Arminia Bielefeld mit 0.3. Der VfL schien auf der Zielgeraden zu straucheln. Zwar gab es eine Woche später einen 3:0-Sieg gegen den MSV Duisburg, aber ein Remis bei Greuther Fürth ließ einen Aufstieg aus eigener Kraft nicht mehr zu. Die letzten beiden Spieltage, eine Gratwanderung zwischen Himmel und Hölle. Im letzten Heimspiel stand es zwischen dem VfL Bochum und einer glänzend aufgelegten Mannschaft von Union Berlin nach 88 Minuten 1:1, ehe Frank Fahrenhorst der umjubelte Siegtreffer gelang. Der unsichere Schiedsrichter Kessler sorgte dabei für eine außergewöhnliche Aktion. Einen gegen Fahrenhorst verhängten Elfmeter nahm er nach Rücksprache mit dem Linienrichter zurück, erkannte aber auch ein reguläres Tor von Hashemian nicht an. Als abgepfiffen wurde, stand der VfL mit 62 Punkten gleich mit Arminia Bielefeld und hinter dem bereits feststehenden Meister Hannover aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf Platz vier. Mainz thronte auf Platz zwei, zwei Zähler besser. Der letzte Spieltag musste die Entscheidung bringen. Bielefeld mit der wohl leichtesten Aufgabe daheim gegen LR Ahlen, Mainz 05 bei Union Berlin und der VfL auf dem Aachener Tivoli. Und in Bochum machten sie mobil. Rund 10.000 Fans begleiteten das Team von Peter Neururer in die Kaiserstadt, erlebten den 3:1-Erfolg ihrer Mannschaft. Doch das alleine reichte nicht. Denn für die Ekstase unter den Bochumer Anhängern sorgte die vorbildliche Haltung von Union Berlin, die Mainz 05 mit 3:1 schlugen und so den Weg frei für den vierten Wiederaufstieg des VfL Bochum machten, der so ausgelassen gefeiert wurde wie selten zuvor.

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