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revierkick

Die großen Erfolge

VfL Bochum Qualifikation für den UEFA-Cup 2004

„Die Nummer Eins im Pott“

Es war die Saison des VfL Bochum! Nach der bisher besten Spielzeit seiner Bundesligageschichte zog der Klub aus der Universitätsstadt zum zweiten Mal nach 1997 in den UEFA-Cup ein. Eine Leistung, die auch die größten Optimisten, von denen es an der Castroper Straße traditionell ohnehin nicht so viele gibt, vor der Saison nicht für möglich gehalten hätten. Vor allem der Umstand, dass der VfL vor den scheinbar übermächtigen Revierrivalen Dortmund und Schalke landete, ließ die Fans geradezu ausrasten vor Glück. Dabei wurde ein Fangesang zum absoluten Kult: „Die Nummer eins im Pott sind wir“! Diese Zeilen waren im Ruhrstadion immer wieder zu hören.

Möglich wurde das „Wunder“ durch eine formidable Mannschaftsleistung über die gesamte Strecke der 34 Spiele, in denen vor allem die Heimstärke beeindruckte. Nur sechs Gegentore im Ruhrstadion stellten der Abwehr ein großartiges Zeugnis aus. Wieder war Keeper Rein van Duijnhoven der große Rückhalt. Und der stellte einen neuen Rekord auf: 911 Minuten blieb der Goalie im heimischen Ruhrstadion ohne Gegentor.

Aber auch das Sturmduo Peter Madsen und Vahid Hashemian (erfolgreichster Torschütze des VfL mit 16 Treffern) oder Regisseur Dariusz Wosz in der zweiten Serie gehörten zum besten, was die Liga zu bieten hatte.

Woche für Woche wurden die Hoffnungen größer, dass es am Ende tatsächlich zum großen Wurf, der Qualifikation für den UEFA-Cup, reichen könnte. Bis es zum großen „Finale“ mit dem Fernduell gegen den BVB am letzten Spieltag kam, waren 33 Hürden zu nehmen, die vielen Fans und Anhängern des Klubs noch nachhaltig im Gedächtnis bleiben werden.

Dabei verlief der Start für die Blau-Weißen alles andere als optimal, den Auftakt in Wolfsburg unglücklich verloren (2:3), gegen den HSV daheim mit einem 1:1, verlor man in München beim FC Bayern schon fast erwartungsgemäß, wenn auch unnötig, mit 0:2. Drei Spiele, nur einen Zähler, ein Traumstart sieht wahrlich anders aus. Im vierten Anlauf klappte es dann aber endlich mit dem ersten Saisonsieg, Leverkusen kam ins Ruhrstadion und wurde, dank des Hinterteils von Madsen, mit 1:0 besiegt.

Danach folgten einige unvergessliche Glücksmomente für Trainer Peter Neururer und seine Profis, man denke nur an die „Derbywoche.“ Zunächst triumphierte der VfL zum zweiten Mal in Folge in der Arena Auf Schalke (2:0), exakt eine Woche später wurde der BVB an der Castroper Straße mit 3:0 abgefertigt. Am Ende der Hinrunde thronte der VfL auf Rang fünf, eine Tabelle wie gemacht für den Bochumer Gabentisch.

Auch der Start in die Rückrunde lief nach Plan, Wolfsburg wurde mit 1:0 besiegt, und auch die nächsten Partien verliefen wunschgemäß. Highlights waren dabei sicherlich die Siege gegen die Münchener Bayern (1:0) und in Leverkusen (3:1). Es schien so, als könnte die Bochumer nichts aus der Bahn werfen und auch die Affäre „Oliseh“ kippte den VfL nicht aus der oberen Tabellenregion: Sunday Oliseh hatte, nachdem es bereits während der Partie gegen Rostock (0:0) zu Auseinandersetzungen kam, seinem Kollegen Vahid Hashemian mit einem Kopfstoß das Nasenbein gebrochen. Die darauffolgende Begegnung im Berliner Olympiastadion werteten viele VfL-Profis im Nachhinein als eine der wichtigsten Prüfungen überhaupt, und die bestand der VfL mit einem hart erkämpften 1:1.

Bevor es auf die Zielgeraden ging, mussten die Fans zwar noch zwei empfindliche Niederlagen gegen Schalke (1:2, die einzige Heimniederlage der Saison!) und beim BVB (1:4) einstecken, doch am Ende wurden sie dafür reichlich belohnt.

In einem spannenden Saisonfinale schlug die Truppe von Peter Neururer Hannover 96 mit 3:1 und konnte zeitgleich auf die Schützenhilfe von Kaiserlautern bauen, die dem BVB ein 1:1 abtrotzten und so dafür sorgten, dass der VfL noch an der Borussia vorbei ziehen konnte. Torschütze für die Lauterer war übrigens der spätere Bochumer Vratislav Lokvenc.

Nach dem Schlusspfiff im Ruhrstadion und der Kunde aus der Pfalz, brachen an der Castroper Straße alle Dämme. Es wurde bis zum nächsten Morgen gefeiert und wieder hörte man an jeder Ecke: „Die Nummer eins....“

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